WiWo Studie: Das sind die beliebtesten Familienunternehmen des Jahres

wiwo.de: Von der Brauerei bis zum Babynahrungsspezialisten: Eine exklusive Studie zeigt, wer 2025 zu den vertrauenswürdigsten Familienunternehmen Deutschlands zählt.

Schokolade ist bei den Deutschen offenbar nicht nur in der Weihnachtszeit beliebt: Ritter Sport ist laut einer Studie das beliebteste Familienunternehmen des Jahres 2025. Das 1912 gegründete Unternehmen aus Waldenbuch in Baden-Württemberg war schon im Ranking des Vorjahres prominent vertreten.

Das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut INNOFACT hat die Studie „Deutschlands beliebteste Familienunternehmen“ nun zum sechsten Mal exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt. Dafür haben circa 1500 fachkundige und wirtschaftsinteressierte Menschen Familienunternehmen mit einem Umsatz zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Euro nach den Kriterien Vertrauen, Qualität, Innovation, Nachhaltigkeit sowie Unternehmens- und Arbeitgeberimage bewertet.

Um die Ergebnisse der Befragung mit Geschäftszahlen zu unterfüttern, hat Innofact zudem die Umsatz- und Mitarbeiterentwicklung der Unternehmen zwischen 2021 und 2023 einfließen lassen und aus allen drei Faktoren einen Index entwickelt. Für die Studie berücksichtigt wurden Firmen, bei denen mindestens eine deutsche Eigentümerfamilie eine dominante Stellung innehat, etwa indem sie wenigstens 51 Prozent der Anteile oder mehr als 25 Prozent der Aktien besitzt.

Auf dem zweiten Platz landet in diesem Jahr überraschend die Familienbrauerei Krombacher aus Kreuztal in Nordrhein-Westfalen: Obwohl die Branche seit Jahren über schwindende Umsätze klagt, konnte Krombacher seinen Absatz im Gegensatz zu anderen Brauereien stabil halten. Das sorgt bei Verbrauchern offenbar weiterhin für viel Vertrauen.

Eine weitere Brauerei, die es ins Ranking geschafft hat, ist Konkurrent Veltins aus Meschede-Grevenstein im Sauerland (Platz 21).

Platz drei belegt der 1883 gegründete Spielwarenhersteller Ravensburger aus Baden-Württemberg. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen die Studie noch angeführt, vergangenes Jahr rutschte es dann auf Platz 12 ab. Ähnlich wie Krombacher in der Bierbranche ist Ravensburger in der Spielebranche einer der wenigen Hersteller, der nicht schrumpft: Zuletzt wuchs das Unternehmen zweistellig.

Ein eher weniger bekanntes Unternehmen, das es in die Top Ten geschafft hat, ist das Bauunternehmen Karl Gemünden aus Ingelheim in Rheinland-Pfalz (Platz 6). 1884 gegründet, führt die Familie es bereits in der fünften Generation. Seit 2008 stehen die Geschwister Tim Gemünden und Tina Badrot an der Spitze des Unternehmens. Mit rund 400 Mitarbeitenden repräsentiert die Firma den klassischen Mittelstand.

„Wir freuen uns sehr über die Platzierung“, sagt Gemünden. Als Familienunternehmen sei man tief in Rheinhessen verwurzelt und fühle sich der Region sehr verbunden. Das gehe mit Verantwortungsbewusstsein für das Rhein-Main-Gebiet, für die eigenen Mitarbeitenden und die nachfolgenden Generationen innerhalb der Familie einher.

Der Übergang zum nächsten Jahrgang könne durchaus herausfordernd sein, erzählt Badrot. Jede Generation habe auf ihre Weise neue Wege beschritten und das Familienunternehmen weiterentwickelt. „Das kann auch mal mit Reibungen einhergehen“, so Badrot.

Weitere Namen auf den vorderen Plätzen der Studie sind der Babynahrungsspezialist Hipp aus dem bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm (Platz 4), der Süßwarenhersteller Katjes aus Emmerich am Rhein (Platz 5) und die Ulmer Nussmarke Seeberger (Platz 7).

Auffällig ist, dass erneut viele Unternehmen aus der Lebensmittelbranche vertreten sind, darunter der Kekshersteller Bahlsen (Platz 9), der Tiefkühlkosthersteller Frosta (Platz 10), der Saure-Gurken-Spezialist Carl Kühne (Platz 13), der Marmeladenhersteller Zentis (Platz 15) oder der Milchkonzern Bauer (Platz 28). Viele von ihnen kennt man aus großangelegten Werbekampagnen und Charity-Aktionen.

Auch für das Bauunternehmen Gemünden ist Imagepflege kein Selbstzweck: „Natürlich kommunizieren wir auf Social Media“, sagt Tim Gemünden. Auch im Rahmen von Sponsoringaktivitäten in den Bereichen Kultur, Bildung und Sport sei man in der Region sichtbar im Kleinen wie im Großen.

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