Verivox Studie: Stress am Steuer – Wenn der „Schatz“ nicht Autofahren kann

focus.de: Mitbremsen, ungefragte Tipps oder Krümel auf dem Sitz: Das Auto ist in vielen Beziehungen ein echter Stresstest. Eine aktuelle Umfrage zeigt nun, was Deutsche am Steuer am meisten zur Weißglut treibt.

Ob der Griff zum Radiosender oder der gut gemeinte Hinweis „Da hättest Du abbiegen müssen“: In deutschen Autos fliegen regelmäßig die Fetzen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts INNOFACT im Auftrag des Vergleichsportals Verivox geben zwei Drittel (66 Prozent) der Autobesitzer an, dass sie bestimmte Verhaltensweisen ihres Partners am Steuer nerven.

Der größte Aufreger: Kritik am eigenen Fahrstil

Nichts scheint das Ego hinter dem Lenkrad so sehr zu kränken wie Kritik von der Beifahrerseite. Fast jeder vierte Befragte (23 Prozent) stört sich massiv daran, wenn der Partner die eigene Fahrweise kommentiert. Umgekehrt ist jedoch auch der Fahrstil des Partners für viele ein Problem: 18 Prozent gaben an, dass sie mit der Art und Weise, wie ihr „Schatz“ fährt, unzufrieden sind.

Interessanterweise scheinen sich die Fronten nicht zu verhärten: Nur sieben Prozent derjenigen, die sich über Kritik beschweren, geben zu, sich im Gegenzug auch über die Fahrweise des Partners zu ärgern.

Generationen-Check: Senioren sind deutlich entspannter

Ein deutliches Gefälle zeigt sich beim Alter der Befragten. Je jünger das Paar, desto höher das Konfliktpotenzial:

  • 18- bis 29-Jährige: Satte 83 Prozent sind von den Gewohnheiten ihres Partners im Auto genervt.
  • 60- bis 69-Jährige: Hier liegt der Wert bei nur noch 49 Prozent.

Offenbar führt die langjährige gemeinsame Zeit auf der Straße zu mehr Gelassenheit – oder man hat gelernt, die Macken des anderen schlichtweg zu ignorieren.

Krümel und „Besserwisser“-Navis

Auch die Hygiene im Fahrzeug bietet Diskussionsstoff. 16 Prozent der Befragten ärgern sich über mangelnde Sauberkeit, Essen oder Krümel im Auto. Auch hier sind die Jüngeren (26 Prozent) deutlich empfindlicher als die Generation 60+ (6 Prozent).

13 Prozent der Autobesitzer sind zudem genervt von Partnern, die alles besser wissen wollen. Dass der Partner tatsächlich die falsche Route wählt oder das Navi ignoriert, stört hingegen nur 6 Prozent.

Gefährliche Eingriffe: Wenn der Beifahrer zum Risiko wird

Besonders kritisch wird es, wenn der Streit die Sicherheit gefährdet. Acht Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Partner ihnen ungefragt ins Lenkrad greift. Experten warnen eindringlich vor solchem Verhalten.

„Bei einem Unfall wird ein solches Eingreifen als Mitverschulden des Beifahrers gewertet“, erklärt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Zwar reguliert die Haftpflichtversicherung zunächst den Schaden am gegnerischen Fahrzeug, kann sich die Kosten jedoch vom eingreifenden Beifahrer zurückholen.

Versicherungsschutz: Ein oft vergessener Punkt

Ein weiteres Streitthema mit finanziellem Risiko ist die Eintragung des Partners in die Kfz-Versicherung. Nur sechs Prozent der Befragten ärgern sich darüber, dies beim Versicherer angeben zu müssen. Doch die Nachlässigkeit kann teuer werden: Wer den Partner nicht als Fahrer meldet, riskiert im Schadensfall Beitragsnachforderungen oder Vertragsstrafen.

Zur Methodik:

Im Auftrag von Verivox befragte INNOFACT Ende Januar 2026 insgesamt 1.006 Personen (18 bis 69 Jahre) mit Pkw-Besitz. 826 der Befragten leben in einer Beziehung. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ.

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