Verivox Studie: Glasfaseranschlüsse bleiben ungenutzt, weil Kunden zu zufrieden sind

winfuture.de: Verivox hat für Zahlen zum Glasfasermarkt veröffentlicht, die mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten: Die Infrastruktur expandiert zwar, doch Nutzer lassen sie links liegen. Mehr als jeder fünfte Haushalt hat Glasfaser im Gebäude, verzichtet aber auf Aktivierung.

Bundesziele für Gigabit-Netze

Der Bund treibt den Glasfaserausbau voran und sieht darin die Grundlage für Deutschlands digitale Zukunft. Verivox hatte daher eine Umfrage gestartet, wie es den mit der Glasfaser bundesweit aussieht. Glasfaser kann man allgemein sagen boomt in Deutschland, doch ein Fünftel der Anschlüsse bleibt ungenutzt. Der Verivox-Glasfaser-Monitor 2026 deckt Potenziale und Hürden auf.

Trend ist positiv, Zögern hält an

24 Prozent der Deutschen surfen bereits per Glasfaser, vier Prozentpunkte mehr als 2024. Dennoch lassen 22 Prozent der DSL- und Kabelkunden vorhandene Hausanschlüsse brachliegen, das war 2024 noch deutlich mehr (runter von 32 Prozent).

„Die Lücke zwischen verfügbaren und aktivierten Anschlüssen sinkt, ist aber beträchtlich“, warnt Jörg Schamberg von Verivox. 48 Prozent der DSL- und Kabelnutzer wollen auf jeden Fall zu Glasfaser wechseln, 32 Prozent sind aktuell noch unschlüssig. Ablehner bleiben aus Zufriedenheit mit ihrem aktuellen Anschluss (76 Prozent) oder aus Angst vor dem Aufwand beim Wechsel (25 Prozent).

31 Prozent warten aber zunächst noch auf den lokalen Ausbau. 50 Prozent wechseln wegen „guter Gelegenheit“: 33 Prozent nutzen Straßenbau, das zeigt sich besonders im ländlichen Raum.

Wer wartet länger?

Technikvorteile wie Speed und Stabilität folgen, je 15 Prozent wechseln zur Glasfaser wegen Bedarf oder Unzufriedenheit. Weniger zählen Wertsteigerung oder Service. 29 Prozent der Landkunden warteten über ein Jahr, in Städten sind es 19 Prozent, wobei im Vorjahr das nur acht Prozent waren. Schamberg fordert zügigen Ausbau bis ins Haus, mit Wettbewerb auf Infrastruktur.

„Unsere Daten zeigen, dass die Lücke zwischen verfügbaren und aktivierten Anschlüssen sinkt, aber immer noch beträchtlich ist. Hier schlummert viel ungenutztes Potenzial. Immerhin dreht das jüngste Regulierungskonzept zur Kupfer-Glas-Migration an wichtigen Stellschrauben wie einer Verpflichtung der Anbieter zur Öffnung ihres Netzes. Wir halten es für sinnvoll, dafür verbindliche Standards festzuschreiben. Wenn der zeit- und kostenintensive Verhandlungsaufwand zwischen den Anbietern nicht reduziert wird, bleibt die Komplettversorgung Deutschlands mit Glasfaser weiter eine Hängepartie.“ (Jörg Schamberg, Verivox)

Die Basis der Verivox-Umfrage ist die repräsentative Umfrage von INNOFACT AG (Januar 2026, 2.030 Personen 18-79 Jahre).

Wie sieht das bei euch aus, welche Beweggründe überwiegen für den Wechsel?

Zusammenfassung

  • Verivox veröffentlicht Glasfaser-Monitor 2026 zum deutschen Markt
  • 24 Prozent der Deutschen surfen bereits über einen Glasfaseranschluss
  • 22 Prozent der Haushalte lassen vorhandene Glasfaseranschlüsse brachliegen
  • Lücke zwischen verfügbaren und aktivierten Anschlüssen sinkt langsam
  • 76 Prozent der Ablehner sind mit ihrem aktuellen Anschluss zufrieden
  • Straßenbauarbeiten sind für 33 Prozent der Anlass zum Glasfaserwechsel
  • Repräsentative Innofact-Umfrage vom Januar 2026 mit 2030 Befragten

(Zur Meldung)

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