Verivox Studie: Beinahe jeder Zweite will diese Heizung – doch es gibt einen Haken
t-online.de: Die neue Gesetzeslage lässt Gas und Öl weiter zu, trotzdem wächst der Trend zur Wärmepumpe. In der Praxis dominiert aber noch immer das alte System.
Erst vor wenigen Tagen wurde das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Obwohl es den Einbau neuer Gas- und Ölheizungen weiterhin erlaubt, sofern diese schrittweise mit steigenden Anteilen klimaneutraler Brennstoffe wie Biogas, Bioöl oder Wasserstoff betrieben werden (die sogenannte Biotreppe), würden sich viele Hauseigentümer doch eher für eine Wärmepumpe entscheiden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts INNOFACT im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Demnach würden 43 Prozent der Befragten eine Wärmepumpe wählen, sobald ihre Gas- oder Ölheizung nicht mehr reparierbar wäre.
Gas und Öl noch gefragt
Knapp jeder Fünfte (19 Prozent) setzt hingegen auf eine Gasheizung, knapp jeder Zehnte (9 Prozent) auf eine Ölheizung. Ein kleiner Teil würde eine Pelletheizung (5 Prozent) oder ein anderes Heizsystem (5 Prozent) bevorzugen. Zwölf Prozent der Befragten können sich bei ihrer Wahl momentan nicht festlegen.
Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, sagt: „Während in den meisten deutschen Kellern noch Gas- oder Ölheizungen stehen, zeigt sich bei den Zukunftsplänen der Hauseigentümer ein klarer Wandel.“ Denn laut der Umfrage würde sich jeder Zweite (50 Prozent) der 18- bis 39-Jährigen für Wärmepumpen entscheiden. Bei den über 60-Jährigen ist es mehr als jeder Dritte (37 Prozent).
Die Realität sieht allerdings etwas anders aus: Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werden mehr als 70 Prozent der Wohngebäude in Deutschland immer noch mit Gas oder Öl beheizt.
Alte Heizung als Haupthindernis
Trotz der Offenheit gegenüber der umweltfreundlichen Heiztechnologie scheuen viele Eigentümer den Wärmepumpenkauf. An erster Stelle, weil ihre bestehende Heizung noch zuverlässig funktioniert (54 Prozent). Aber auch die hohen Investitionskosten schrecken viele ab (41 Prozent). Als dritthäufigster Grund wird genannt, dass das eigene Heizsystem technisch noch auf dem neuesten Stand ist (30 Prozent).
Auch Unsicherheit über künftige gesetzliche Vorgaben (18 Prozent) und der Zweifel an der langfristigen Förderpolitik (14 Prozent) bremsen die Bereitschaft zum Wechsel.
Besonders bei den 40- bis 59-Jährigen sind die hohen Anschaffungskosten der größte Hinderungsgrund (43 Prozent). Über 60-Jährige argumentieren hingegen eher, dass ihre bestehende Heizung noch funktioniert und deshalb kein Austausch nötig sei (60 Prozent).
Dabei sprechen die laufenden Kosten bereits heute für die Wärmepumpe, wie Storck betont: „Langfristig dürfte sich die Wärmepumpe allein aus wirtschaftlichen Gründen durchsetzen. Eine aktuelle Verivox-Analyse zeigt, dass effiziente Wärmepumpen im vergangenen Jahr rund 40 Prozent geringere Heizkosten verursacht haben als vergleichbare Gasheizungen.“
Selbst bei weniger effizienten Anlagen lagen die Heizkosten demnach im Durchschnitt noch rund elf Prozent unter denen einer Gasheizung.
Zur Methodik
Die Umfrage wurde im Juli 2026 online vom Marktforschungsinstitut INNOFACT durchgeführt. Teilgenommen haben 1.054 Hauseigentümer zwischen 18 und 79 Jahren. Die Umfrage ist repräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.


