SZ Studie: Die besten ihres Fachs
sueddeutsche.de: Private Hochschulen liegen im Trend – und das aus guten Gründen. Die zahlreichen privaten Lehrinstitute in ganz Deutschland stehen längst nicht mehr nur für Nischenprogramme oder exklusive Zirkel, sondern für ein breites Spektrum an Studienmodellen, die sich an unterschiedliche Lebensentwürfe anpassen: berufsbegleitend, dual, international ausgerichtet oder mit besonderem Praxisbezug. Die private Hochschule von heute versteht sich als Ort, der individuelle Bildungswege ermöglicht und damit einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit und Diversität leistet.
Wer sich heute für eine private Hochschule entscheidet, tut dies selten aus Prestigegründen. Für viele Studierende sind vor allem praktische Aspekte ausschlaggebend. Seminare und Vorlesungen finden in deutlich kleineren Gruppen statt als an großen staatlichen Universitäten, wo Hörsäle mit mehreren hundert Studierenden keine Seltenheit sind. An einer privaten Hochschule kennen die Lehrenden die Gesichter und Namen ihrer Studierenden. Rückfragen sind keine Störung, sondern Teil des Lehrkonzepts. Daraus ergibt sich eine Betreuungsintensität, die an überlaufenen Fakultäten schlicht nicht leistbar wäre. Hinzu kommt ein Curriculum, das häufig enger mit der Berufspraxis verzahnt ist: Praxisprojekte mit realen Unternehmen, integrierte Praktikumsphasen und Gastdozenturen aus der Wirtschaft gehören an vielen privaten Hochschulen zum Standard.
Studierende arbeiten somit nicht erst nach dem Abschluss, sondern bereits während des Studiums an konkreten Fragestellungen. Auch die Studienorganisation selbst ist oft flexibler gestaltet. Berufsbegleitende und duale Modelle ermöglichen es, Berufstätigkeit und akademische Weiterqualifikation zu verbinden, ohne eines von beidem aufzugeben. Digitale Lernplattformen, Abendvorlesungen und modulare Studienverläufe kommen Studierenden entgegen, deren Leben sich nicht ausschließlich um den Campus dreht. Nicht zuletzt spielt die internationale Ausrichtung eine wachsende Rolle: Englischsprachige Studiengänge, Kooperationen mit Partnerhochschulen im Ausland und fest eingeplante Auslandssemester bereiten auf einen Arbeitsmarkt vor, der längst über nationale Grenzen hinausdenkt.
Diese Qualitäten bleiben nicht unbemerkt: Personalentscheider und Headhunter aus ganz Deutschland sehen in Absolventen privater Hochschulen zunehmend gefragte Kandidaten – praxiserprobt, flexibel und international anschlussfähig. Doch welche Hochschulen stechen dabei besonders hervor? Genau das hat das SZ Institut untersucht und Innofact mit einer repräsentativen Studie beauftragt, in der sowohl Personalverantwortliche als auch Studierende die besten privaten (Fach-)Hochschulen Deutschlands bewertet haben.
Methodik der Studie
Das Ziel der Studie war es, die besten privaten (Fach-)Hochschulen in Deutschland für das Jahr 2026 zu ermitteln. Die teilnehmenden Hochschulen mussten in mindestens einer von 15 definierten Studienrichtungen entsprechende Studiengänge anbieten. Ein Set aus insgesamt 50 privaten (Fach-)Hochschulen wurde sowohl aus der Sicht von Personalentscheidern – betriebliche Personalentscheider und Personaldienstleister/Headhunter – als auch aus der Sicht von ehemaligen, aktuellen oder angehenden Studierenden bewertet.
Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 9. und 17. März 2026. An der Umfrage nahmen 1.265 Personen teil, darunter 651 Personalentscheider sowie 614 ehemalige, aktuelle oder zukünftige Studierende. Alle Befragten hatten Berührungspunkte mit mindestens einer der abgefragten Studienrichtungen und dementsprechend Kenntnisse über die entsprechende Hochschullandschaft.
Alle Befragten erhielten zunächst eine Liste mit den 15 zu betrachtenden Studienrichtungen. Zu diesen gehörten unter anderem die Bereiche Wirtschaft und Management, Psychologie und Wirtschaftspsychologie, Medien-, Design- und Kreativwirtschaft, Gesundheit, Pflege und Therapie, Nachhaltigkeit, Umwelt und Energie sowie Ingenieurwesen und Elektrotechnik.
Die Befragten konnten die Studienrichtungen, mit denen sie bereits Berührungspunkte hatten oder aktuell haben, per Multiple-Choice-Verfahren auswählen. Anschließend wurden ihnen Listen mit allen der 50 Hochschulen vorgelegt, die in diesen Bereichen tätig sind. Aus dieser Auflistung sollten die Befragten die aus ihrer Sicht drei besten Hochschulen (Rang 1 bis Rang 3) auswählen. Dabei musste mindestens Rang 1 vergeben werden, die beiden übrigen Ränge waren optional. Im anschließenden Block wurden den Befragten dann noch einmal bis zu fünf priorisierte Hochschulen vorgelegt, die sie zuvor mindestens bei einer Studienrichtung auf Rang 1–3 gewählt hatten. Die Befragten sollten für jede dieser Hochschulen angeben, aufgrund welcher Kriterien diese Hochschulen führend sind.
Die sechs Bewertungskriterien waren dabei folgende:
- Praxisbezug
- Qualitätsniveau der Absolvent:innen
- Ruf/Image der Hochschule
- Innovationskraft & Zukunftsorientierung
- Internationale Ausrichtung
- Fachrichtungs-/Themenfokus
Für jede Studienrichtung wurden die abgefragten Hochschulen nach Top-1-Nennungen in ein Ranking gebracht. Bei mehr als 30 untersuchten Hochschulen wurden die Top Acht ausgezeichnet, bei zehn bis 29 Hochschulen die Top Fünf, bei sieben bis neun Hochschulen die Top Drei und bei weniger als sieben Hochschulen die Top Zwei. Die erstplatzierte Hochschule erhält dabei die Auszeichnung „Beste“, alle weiteren ausgezeichneten Hochschulen das Prädikat „Top“. Darüber hinaus wurden alle 50 Hochschulen studienrichtungsübergreifend bewertet – und zwar für jedes der sechs Bewertungskriterien in einem eigenen Ranking, in dem jeweils die Top 10 ausgezeichnet werden: Platz eins als „Beste“, die Plätze zwei bis zehn als „Top“. So entsteht ein differenziertes Bild, das zeigt, welche privaten (Fach-)Hochschulen hinsichtlich Praxisbezug, internationaler Ausrichtung oder Innovationskraft besonders überzeugen konnten.
Ergebnisse des Rankings
Die bbw Hochschule Berlin sicherte sich im Ranking Spitzenplatzierungen in gleich mehreren Bereichen: Bau, Immobilien & Architektur, Tourismus, Hospitality & Event, Nachhaltigkeit, Umwelt & Energie, Marketing, Kommunikation & Sales, Ingenieurwesen sowie Elektrotechnik.
Im Studienbereich Wirtschaft konnte sich die Frankfurt School of Finance & Management den Titel als „Beste“ im Ranking sichern, gefolgt von der bbw Hochschule Berlin und der EBS Universität für Wirtschaft und Recht auf den Rängen zwei und drei. Wie auch die Viertplatzierte HDBW – Hochschule der Bayerischen Wirtschaft München und die Munich Business School auf Rang fünf können sie sich über die Auszeichnung „Top“ freuen. In der Kategorie Recht, Wirtschaftsrecht & Compliance sicherte sich die FOM Hochschule den Spitzenplatz mit der Auszeichnung „Beste“. Dahinter folgen die Frankfurt School of Finance & Management auf Platz zwei und die EBS Universität für Wirtschaft und Recht auf Platz drei – beide erhielten das Prädikat „Top“.
Den Spitzenplatz in der Kategorie Informatik, Data Science & Cyber Security errang als „Beste“ die CODE University of Applied Sciences, gefolgt von der DHAW Deutsche Hochschule für angewandte Wissenschaften Potsdam auf dem zweiten Platz. Rang drei ging an die ESMT European School of Management and Technology Berlin. Weiterhin konnten sich auch die FOM Hochschule und die Constructor University auf Platz vier und fünf über die Auszeichnung „Top“ freuen. Im Bereich Medien, Design & Kreativwirtschaft sicherte sich die AMD Akademie Mode & Design die Goldmedaille und den Titel „Beste“. Die bbw Hochschule Berlin landete auf Rang zwei, auf Platz drei konnte sich die Hochschule Fresenius – University of Applied Sciences etablieren. Wie auch die IU International University of Applied Sciences auf Rang vier und die fünftplatzierte Macromedia University of Applied Sciences erhielten die privaten Hochschulen das Prädikat „Top“.
In dem Studienfeld Gesundheit, Pflege & Therapiewissenschaften konnte sich die Charlotte Fresenius Hochschule als „Beste“ an die Spitze des Rankings setzen. Rang zwei und drei gingen an die DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport Berlin und die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, die ebenso wie die Medical School Hamburg (MSH) / Medical School Berlin (MSB) / Health and Medical University (HMU) auf Platz vier und die APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft GmbH auf dem fünften Rang die Wertung „Top“ erhielten.
Auch in den weiteren Studienrichtungen Soziale Arbeit, Immobilien und Architektur, Tourismus, Hospitality & Event, Sport, Nachhaltigkeit, Umwelt & Energie, Ingenieurwesen, Elektrotechnik, Finance, Psychologie und Marketing wurden die besten privaten (Fach-)Hochschulen ermittelt. Die Ergebnisse im Überblick:
Im Hinblick auf den Praxisbezug sicherte sich die Dresden International University (DIU) als „Beste“ den Spitzenplatz im Ranking, gefolgt von der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) auf Rang zwei und der German University of Digital Science (German UDS) auf Rang drei. Beim Ranking des Qualitätsniveaus setzte sich die WHU – Otto Beisheim School of Management als „Beste“ durch, gefolgt von der Dresden International University (DIU) auf Rang zwei und der Munich Business School auf Rang drei.
In der Kategorie Innovationskraft belegt die HSBA Hamburg School of Business Administration als „Beste“ Platz eins, gefolgt von der HHL Leipzig Graduate School of Management auf Rang zwei und der Psychologischen Hochschule Berlin (PHB) auf Rang drei. Hinsichtlich der internationalen Ausrichtungkonnte sich die German University of Digital Science (German UDS) als „Beste“ an die Spitze setzen, gefolgt von der HHL Leipzig Graduate School of Management auf Rang zwei und der WHU – Otto Beisheim School of Management auf Rang drei.
Im Bereich Fachrichtungs-/Themenfokus hat die HSBA Hamburg School of Business Administration als „Beste“ die Nase vorn, gefolgt von der German University of Digital Science (German UDS) auf Rang zwei und der Macromedia University of Applied Sciences auf Rang drei. Im Hinblick auf Ruf und Image der Hochschule konnte sich die WHU – Otto Beisheim School of Management als „Beste“ an die Spitze des Rankings setzen, gefolgt von der German University of Digital Science (German UDS) auf Rang zwei und der Munich Business School auf Rang drei.
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Über INNOFACT
Die Befragungsteilnehmer wurden aus den durch INNOFACT gegründeten Consumer- und B2B-Panels in Deutschland rekrutiert. INNOFACT initiiert als First Mover bereits seit 1998 die leistungsfähigsten Marktforschungs-Onlinepanels im deutschsprachigen Raum. Insgesamt stehen hier inzwischen über 500.000 Personen für Marktforschungsstudien zur Verfügung. Die Panels sind ISO-zertifiziert und werden regelmäßig in unabhängigen Studien von Kunden (Institutsmarktforscher und betriebliche Marktforscher) als beste deutsche Marktforschungspanel bewertet, zuletzt von „marktforschung.de“.


