Comparis Studie: Finanzielle Schere wird grösser

wil24.de: Die finanzielle Lage der Schweizer Bevölkerung bleibt 2026 insgesamt stabil. Haushalte mit tiefem Einkommen stehen jedoch deutlich stärker unter Druck – insbesondere wegen der Krankenkassenprämien.

Rund ein Viertel der Erwachsenen beurteilt die eigene finanzielle Situation schlechter als im Vorjahr. Bei Haushalten mit einem Bruttoeinkommen von bis zu 4’000 Franken sind es 41 Prozent. Bei Einkommen von mehr als 8’000 Franken liegt der Anteil bei 18 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1’040 Personen, die das Marktforschungsinstitut INNOFACT im Auftrag von Comparis durchgeführt hat.

Auch bei der Kaufkraft zeigen sich Unterschiede. Sechs von zehn Personen mit tiefem Einkommen können sich weniger leisten als noch 2025. Gleichzeitig gab rund ein Drittel der Befragten mit tiefem Einkommen an, selten oder nie genügend Geld zum Sparen zur Verfügung zu haben. Bei den Haushalten mit mehr als 8’000 Franken Einkommen sparen dagegen zwei Drittel.

Krankenkassenprämien belasten

Besonders stark schlagen die Krankenkassenprämien zu Buche. 58 Prozent der Personen, die ihre finanzielle Lage als schlechter einschätzen, nennen steigende Prämien als einen Grund dafür. Bei den Haushalten mit tiefem Einkommen hat nur etwas mehr als ein Drittel die Prämienzahlung fest im Budget eingeplant.

Mehr als ein Viertel dieser Haushalte hat wiederholt Schwierigkeiten, das Geld für die Prämien aufzubringen. Dabei erhalten in der Einkommensklasse unter 4’000 Franken fast zwei Drittel eine individuelle Prämienverbilligung.

«Die Prämienverbilligung erreicht viele Haushalte mit tiefem Einkommen – aber noch nicht alle. Diese Lücke muss geschlossen werden», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. Als mögliche Massnahmen nennt er eine automatische Auszahlung einer genügend hohen Prämienverbilligung für berechtigte Personen sowie einen einfacheren Zugang zu Finanzinformationen und Vergleichsmöglichkeiten.

Junge blicken optimistisch voraus

Für die kommenden Jahre zeigt sich ein differenzierteres Bild. Mehr als sieben von zehn 18- bis 35-Jährigen erwarten, in fünf Jahren finanziell besser dazustehen als heute. Insgesamt rechnen 34 Prozent mit einer ähnlichen Situation wie heute.

Bei den tiefen Einkommen erwarten dagegen fast 40 Prozent eine Verschlechterung ihrer finanziellen Lage. Bei den hohen Einkommen sind es 15 Prozent.

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