Verivox Studie: Fast ein Viertel zahlt mehr als 100 Euro fürs Girokonto

faz.net: Fast jeder vierte Bankkunde (23 Prozent) zahlt inzwischen mindestens 100 Euro im Jahr für die Führung eines Girokontos. Das geht aus einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox hervor. Bei 5 Prozent der Befragten summieren sich die jährlichen Gebühren sogar auf mehr als 200 Euro.

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut INNOFACT Ende April 2026 im Auftrag von Verivox 1.003 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die Umfrage ist den Angaben nach repräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.

Sparkassenkunden öfter betroffen

Kunden der Sparkassen müssen der Umfrage zufolge häufiger mehr als 100 Euro an Kontoführungsgebühren zahlen. Demnach zahlt dort mehr als jeder Dritte (34 Prozent) jährlich einen dreistelligen Betrag für sein Girokonto. Bei Genossenschaftsbanken wie Volks- und Raiffeisenbanken liegt dieser Anteil bei fast 26 Prozent. Über ein komplett kostenfreies Konto verfügt insgesamt knapp ein Fünftel (18 Prozent) aller Befragten.

Viele Direktbanken und Smartphone-Banken bieten kostenfreie Girokonten an. Manche Anbieter verlangen aber dafür einen monatlichen Mindesteingang an Geldern. Zudem haben sie keine Filialen, die Kunden bei Fragen oder Problemen aufsuchen können.

„Nach wie vor betreiben die Sparkassen ein dichtes Filialnetz, das weit in den ländlichen Raum hineinreicht“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, laut Mitteilung. „Das ist teuer, bietet Verbrauchern, denen eine persönliche Vor-Ort-Beratung wichtig ist, aber auch einen Mehrwert. Deshalb ist es legitim, wenn diese Kundennähe in den Kontogebühren eingepreist wird.“

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SZ-Institut Online-Ranking: Die unsichtbare Schlüsselposition

sueddeutsche.de: Die Besetzung qualifizierter Positionen zählt zu den zentralen Herausforderungen deutscher Unternehmen. Der Fachkräftemangel, veränderte Erwartungen an Arbeitgeber und ein demografischer Wandel ohne historisches Vorbild sind nur einige der Herausforderungen, vor denen Firmen heute stehen. Das klassische Recruiting stößt dabei zunehmend an seine Grenzen. Genau hier übernehmen professionelle Personalberatungen eine Rolle, die weit über das Vermitteln von Kandidatinnen und Kandidaten hinausgeht.

Seit Monaten sucht ein mittelständischer Maschinenbauer im Schwäbischen Raum eine Leitung für die digitale Transformation. Die Stelle ist strategisch, das Anforderungsprofil ist komplex und der Markt ist ausgeschöpft. In der Personalabteilung stapeln sich Bewerbungen, die auf dem Papier passen, im Gespräch aber nicht überzeugen. Die Konkurrenz schläft nicht und mit jeder Woche ohne Besetzung wächst der Rückstand bei der Digitalisierung. Die Folge? Frustration – und eine Situation, die Tausende deutsche Unternehmen aus eigener Erfahrung kennen.

Denn was zunächst nach einem Einzelfall klingt, ist längst ein Strukturproblem. Der DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 zeichnet ein paradoxes Bild: Zwar ist der Anteil der Unternehmen mit akuten Stellenbesetzungsschwierigkeiten auf 36 Prozent gesunken, doch 83 Prozent der befragten Betriebe rechnen für die kommenden Jahre mit negativen Auswirkungen durch fehlende Fach- und Arbeitskräfte.* Die konjunkturelle Schwäche überdeckt ein demografisches Beben, das gerade erst richtig beginnt. Monatlich verlassen rund 80.000 Babyboomer den Arbeitsmarkt, während die nachrückenden Jahrgänge diese Lücken bei Weitem nicht füllen können. Bis 2030 wird die Erwerbsbevölkerung in Deutschland um drei bis vier Millionen Menschen schrumpfen.**

Besonders brisant: Der Engpass verlagert sich. Es fehlen nicht mehr nur Pflegekräfte und IT-Spezialistinnen, sondern zunehmend Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung. 57 Prozent aller nicht besetzbaren Stellen entfallen laut DIHK auf genau dieses Qualifikationssegment. Das sind die Elektrikerinnen und Mechatroniker, ohne die keine Energiewende gelingt, die SHK-Fachkräfte, ohne die keine der politisch angestrebten Wärmepumpen installiert werden, die Industriemechanikerinnen, ohne die kein Produktionsstandort wettbewerbsfähig bleibt.

Gleichzeitig beziffert das Institut der deutschen Wirtschaft den jährlichen Wertschöpfungsverlust durch den Fachkräftemangel auf 49 Milliarden Euro.*** Die häufigsten Konsequenzen der Personalnot: steigende Arbeitskosten, Mehrbelastung der verbleibenden Belegschaft und Einschränkungen beim Leistungsangebot.

Für Unternehmen, die unter diesen Bedingungen die richtigen Mitarbeiter finden müssen, sind Personalberatungen ein strategisches Werkzeug. Denn die besten Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich in der Regel nicht aktiv. Sie müssen identifiziert, angesprochen und überzeugt werden. Das erfordert Branchenkenntnisse, belastbare Netzwerke, psychologisches Feingefühl und eine professionelle Methodik, die weit über das Durchforsten von Bewerbungsportalen hinausgeht.

Mehr als Headhunting: Was eine gute Personalberatung ausmacht

Personalberatungen kommen dort zum Einsatz, wo klassische Recruiting-Prozesse an ihre Grenzen stoßen. Ihre Arbeit beginnt nicht mit der Stellenanzeige, sondern mit der strategischen Frage: Welche Kompetenzen braucht das Unternehmen wirklich und wo lassen sie sich finden? Ihr Leistungsspektrum reicht von der Executive Search für Führungspositionen über die systematische Analyse von Organisationsstrukturen bis hin zur Begleitung von Onboarding-Prozessen. Doch nicht jede Beratung arbeitet auf demselben Niveau. Folgende Merkmale trennen die Spreu vom Weizen:

  • Branchenexpertise bedeutet mehr als die Kenntnis von Jobtiteln. Wer für ein Pharmaunternehmen eine Regulatory-Affairs-Spezialistin oder für einen Automobilzulieferer einen Experten für autonomes Fahren sucht, muss die jeweilige Branche in ihrer Tiefe verstehen. Markttrends, Gehaltsstrukturen, typische Karriereverläufe und die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens müssen zusammengedacht werden.
  • Transparente Prozesse schaffen Vertrauen. Von der Profilanalyse über die Kandidatenansprache bis zur Präsentation der Shortlist: Professionelle Beratungen dokumentieren jeden Schritt, kommunizieren Zwischenstände und machen ihre Methodik nachvollziehbar.
  • Netzwerk und Direktansprache sind das eigentliche Kapital. Die qualifiziertesten Fachkräfte suchen selten aktiv nach einer neuen Stelle. Um sie zu erreichen, braucht es ein belastbares Kontaktnetzwerk, Zugang zu relevanten Branchenveranstaltungen sowie die Fähigkeit, über Plattformen wie LinkedIn gezielt und diskret in Kontakt zu treten. Über den langfristigen Erfolg einer Besetzung entscheidet das kulturelle Matching.
  • Fachliche Qualifikation allein reicht nicht aus. Eine Personalberatung, die ihren Auftrag ernst nimmt, analysiert daher ebenso sorgfältig, ob eine Kandidatin zur Unternehmenskultur, zur Teamdynamik und zur Führungsphilosophie passt. Vertraulichkeit und ethische Standards sind gerade im Bereich der Führungskräftesuche unverzichtbar. Seriöse Beratungen respektieren Sperrvermerke, agieren diskret und vermeiden es, Personal aus Kundenunternehmen abzuwerben. Viele von ihnen sind Mitglied im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU), der verbindliche ethische Leitlinien vorgibt.

Der Wettbewerb um Talente ist längst härter als der um Marktanteile. Personalberatungen fungieren dabei als Vermittler zwischen zwei Welten, die ohne professionelle Brücke immer seltener zueinanderfinden. Welche Beratungen diesen Anspruch besonders gut einlösen, hat das Marktforschungsinstitut INNOFACT zum dritten Mal im Auftrag des SZ Instituts untersucht.

Methodik  der Studie

Die Grundlage des Rankings bilden 143 Personalberatungen mit mindestens zehn Beschäftigten, die in der BDU-Datenbank oder in der Liste von Listenchampion aufgeführt sind. Zusätzlich hatten die Beratungen zwischen dem 16. März und 10. April 2026 die Möglichkeit, sich über eine eigene Plattform für die Teilnahme zu registrieren. Reine Personalvermittlungen wurden nicht berücksichtigt.

Die Hauptbefragung fand zwischen dem 14. und 22. April 2026 statt und richtete sich gezielt an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Unternehmen. Befragt wurden 1.587 berufstätige Personen im mittleren Management oder höher, die über die Beauftragung von Personalberatungen entscheiden oder mitentscheiden. Die Erhebung erfolgte online (CAWI).

Im ersten Schritt wurden jeder befragten Person zufällig 50 Personalberatungen aus dem Gesamtpool vorgelegt, um deren Bekanntheit zu ermitteln. Anschließend bewerteten die Teilnehmenden bis zu zehn der ihnen bekannten Beratungen anhand von sechs Kernkriterien: Kompetenz, Kundenorientierung, methodische Vielfalt, Netzwerk, Vertraulichkeit und Kommunikationskompetenz. Die Bewertung erfolgte auf einer Zustimmungsskala. In die Analyse flossen die prozentualen Top-2-Werte (Bewertung mit „trifft voll und ganz zu” oder „trifft eher zu”) ein.

Um die jeweilige Relevanz der einzelnen Kriterien abzubilden, vergaben die Befragten in einem separaten Schritt jeweils 100 Prozentpunkte an die sechs Bewertungsdimensionen. Aus den Mittelwerten dieser Verteilung ergaben sich individuelle Gewichtungsfaktoren: So wurde das Kriterium „Kompetenz”, dem die Befragten mit 19,99 Prozent die höchste Bedeutung beimaßen, mit dem Faktor 1,199 gewichtet, während das Kriterium „methodische Vielfalt” (12,15 Prozent) nur mit dem Faktor 0,729 in die Berechnung einging. Diese Methodik bildet die realen Präferenzen der Zielgruppe differenziert ab und verhindert, dass alle Bewertungsdimensionen gleich stark in das Ergebnis einfließen.

Über alle Einzelkriterien wurde anschließend der Mittelwert der gewichteten Top-2-Bewertungen je Anbieter gebildet. Zusätzlich floss der generelle Bekanntheitsgrad als multiplikativer Faktor in das Gesamtergebnis ein. So wurde für jede Personalberatung ein Gesamtindexwert errechnet, der die Grundlage des Rankings bildet. Personalberatungen, die einen Indexwert von 100 oder mehr erreichten, erhielten die Auszeichnung „Beste Personalberatungen”.

Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse zeigen, dass es in Deutschland auch im dritten Jahr der Untersuchung eine vielfältige Landschaft professioneller Personalberatungen gibt. Von den 143 bewerteten Unternehmen erreichten 57 einen Indexwert von 100 oder mehr und dürfen sich somit als „Beste Personalberatung” bezeichnen.

Die Auswertung der Einzelkriterien bestätigt ein stabiles Meinungsbild innerhalb der befragten B2B-Zielgruppe: Wie schon in den Vorjahren sind Kompetenz und Vertraulichkeit die beiden wichtigsten Bewertungsdimensionen. Aspekte wie Kundenorientierung, Netzwerk und Kommunikationskompetenz werden ebenfalls geschätzt, liegen in der Gewichtung jedoch im Mittelfeld. Die methodische Vielfalt spielt für viele Entscheiderinnen und Entscheider weiterhin eine untergeordnete Rolle.

An der Spitze des Gesamtrankings steht in diesem Jahr die Randstad Deutschland GmbH & Co. KG. Mit einem Indexwert von 200 Punkten setzt sie sich erstmals deutlich an die Spitze. Dicht dahinter folgt die Adecco Personaldienstleistungen GmbH mit einem Indexwert von 198. Beide Anbieter profitieren erkennbar von ihrer hohen Markenbekanntheit, die als multiplikativer Faktor in die Berechnung einfließt.

Die Kienbaum Consultants International GmbH, die in den beiden Vorjahren jeweils die Pole Position innehatte, belegt mit einem Indexwert von 162 Punkten den dritten Rang. Das Traditionsunternehmen mit über 75 Jahren Erfahrung in der Personal- und Managementberatung gehört damit weiterhin zur absoluten Spitzengruppe.

Den vierten Platz sichert sich Hays mit einem Wert von 149. Das 1867 in London gegründete Unternehmen ist in 33 Ländern vertreten und auf die Vermittlung von Fach- und Führungskräften in IT, Ingenieurwesen, Finance und Life Sciences spezialisiert. Auf Rang fünf folgt die Amadeus Fire AG mit einem Indexwert von 146. Der im SDAX notierte Frankfurter Personaldienstleister hat sich auf kaufmännische und IT-Fachkräfte spezialisiert und verbindet Vermittlung mit einem eigenen Weiterbildungsangebot.

Bemerkenswert gegenüber dem Vorjahr: Die Randstad Deutschland GmbH & Co. KG und die Adecco Personaldienstleistungen GmbH, die 2025 noch nicht in den Top 3 vertreten waren, schieben sich mit deutlichem Abstand an die Spitze des Gesamtrankings. Auch Hays und die Amadeus Fire AG konnten ihre Positionen gegenüber dem Vorjahr verbessern und sich in den Top 5 etablieren. Die Dynamik zeigt, dass Bekanntheit und Marktpräsenz als multiplikativer Faktor im Ranking erheblich ins Gewicht fallen und das Gesamtbild von Jahr zu Jahr spürbar verändern können.

Mit einem Wert von 139 konnte sich das ifp – Institut für Personal- und Unternehmensberatung auf Platz sechs etablieren. Die 1964 gegründete Kölner Beratung gilt als Pionierin in der Verbindung von Executive Search und psychologisch fundierter Eignungsdiagnostik. Auf Rang sieben folgt KÖHN & KOLLEGEN mit einem Wert von 129. Das Unternehmen ist seit 2009 eine der führenden Adressen für Führungspositionen im Gesundheits- und Sozialwesen. Das im Jahr 2001 gegründete Unternehmen Pedersen & Partners landet mit 127 Punkten auf dem achten Rang, gefolgt von der GK Unternehmens- und Personalberatung aus Frankfurt, spezialisiert auf Führungspositionen in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Public Affairs und Nachhaltigkeit, auf Rang neun. Die Top 10 wird von der SWISSCONSULT Deutschland GmbH mit 125 Punkten komplettiert. Das seit 1981 aktive, ursprünglich aus der Schweiz stammende Beraternetzwerk verfolgt einen konsequent branchenorientierten Ansatz: Jeder Berater konzentriert sich auf eine einzelne Branche, die er aus eigener Führungserfahrung kennt.

Auch in den Einzelkategorien zeigen sich bemerkenswerte Ergebnisse. Beim Kriterium Kompetenz führt die HEADSAHEAD GmbH, gefolgt von der Primeo GmbH und der Vesterling AG, die sich damit zum zweiten Mal in Folge unter den Top 3 in dieser Kategorie behaupten konnte. Im Bereich Vertraulichkeitüberzeugt die hartmann consultants GmbH & Co. KG am meisten, gefolgt von der InterSearch Personalberatung und der Adecco Personaldienstleistungen GmbH. In der Kategorie Kundenorientierungliegt die SUITS. Executive Search GmbH & Co. KG vorn, während die managementberatung münchen roland rabe GmbH im Bereich der methodischen Vielfalt den ersten Platz belegt. Das Kriterium Netzwerkentscheidet die VIRES CONFERRE GmbH für sich, und bei der Kommunikationskompetenz setzt sich die LASZLO & KOLLEGEN Personalberatung GmbH an die Spitze.

Schweiz Tourismus Studie: Touristiker im Oberland wollen Gäste besser übers Jahr verteilen

nau.ch: Die Gästeschar im östlichen Berner Oberland soll sich noch besser übers ganze Jahr verteilen. Mit dieser Massnahme wollen die Touristiker negative Auswirkungen der hohen Touristenzahlen auf die einheimische Bevölkerung mildern.

In den vergangenen Jahren sind die Touristenmassen im östlichen Berner Oberland zum Teil regelrecht angeschwollen.

Bei den Einheimischen herrscht ob der vielen Touristen längst nicht mehr nur eitel Freude. Verstopfte Strassen, überlastete Infrastrukturen oder explodierende Miet- und Liegenschaftspreise sorgen in der Region auch für Frust.

Jungfrau Region Tourismus hat zusammen mit Schweiz Tourismus und dem Marktforscher INNOFACT eine Onlinebefragung zur Tourismusakzeptanz an alle Haushalte im Oberhasli und der Jungfrau Region verschickt.

Die Gesamtregion mit Gemeinden wie Grindelwald, Lauterbrunnen, Wengen oder Hasliberg zählt etwa 15’000 Einwohnende.

1519 Personen beteiligten sich zwischen März und Mai 2026 an der Umfrage, wie Jungfrau Region Tourismus am Dienstag mitteilte. 60 Prozent stehen dem Tourismus in ihrer Region positiv gegenüber. 48 Prozent bewerten dessen Auswirkungen auf ihren Wohnort als eher oder überwiegend positiv.

Die Jungfrau Region liegt damit laut Mitteilung beim Anteil positiv eingestellter Einheimischer über dem schweizweiten Durchschnitt in den Bergregionen.

Doch auch bei der kritischen Beurteilung der Auswirkungen liegen die Werte über dem landesweiten Durchschnitt. 87 Prozent der Befragten empfinden Infrastruktur und Verkehr als durch den Tourismus belastet. 84 Prozent sehen höhere Miet- und Immobilienpreise als Belastung für die einheimische Bevölkerung.

Weiter geht aus der Umfrage hervor, dass die hohe Touristenzahl nicht über das ganze Jahr als gleichermassen problematisch wahrgenommen wird.

Jungfrau Region Tourismus leitet daraus für sich ab, dass «die Strategie des Ganzjahrestourismus auch aus Sicht der einheimischen Bevölkerung richtig und prioritär bleibt – eine bessere Verteilung der Gäste über das Jahr sowohl im Interesse der Einheimischen wie auch der Gäste ist», wie Geschäftsführer Marc Ungerer in der Mitteilung zitiert wird.

87 Prozent der Befragten begrüssten ausdrücklich Massnahmen für ein respektvolles Miteinander von Einheimischen und Gästen. Zusammen mit Gemeinden und Bergbahnen sollen solche Massnahmen erarbeitet werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Nicht überall im östlichen Berner Oberland sind die kritischen Stimmen gleich laut: Am meisten Kritik kommt laut Umfrage aus dem Lauterbrunnental, wo ein knappe Mehrheit die Auswirkungen des Tourismus als negativ oder eher negativ einschätzt. Im Haslital sei die Gemütslage entspannter, heisst es in der Mitteilung.

In verschiedenen Gemeinden des östlichen Berner Oberlandes sind Regulierungen für Kurzzeitvermietungen wie etwa über die Plattform Airbnb ein Thema.

Schweiz Tourismus Studie: Erkenntnisse aus Umfrage – Bedeutung des Tourismus unbestritten

plattformj.ch: Der Tourismus ist in Grindelwald mehrheitlich akzeptiert, und sein wirtschaftlicher Nutzen wird klar anerkannt. Dies zeigt eine repräsentative Befragung, die im März durchgeführt wurde. Sie macht aber auch deutlich: Nicht die grundsätzliche Bedeutung des Tourismus ist umstritten, sondern der Umgang mit Belastungen in Spitzenzeiten.

In der Zeit vom 3. bis 22. März wurden 1710 Haushalte in Grindelwald angeschrieben und eingeladen, ihre Meinung zum Tourismus und dessen Akzeptanz zu teilen. Alle einheimischen Haushalte konnten dafür einen Onlinefragebogen ausfüllen. Im Infozentrum wurden technische Geräte sowie Unterstützung bereitgestellt, sodass niemand von der Umfrage ausgeschlossen war. Der Rücklauf betrug 20 Prozent und liegt gemäss Marktforschungsinstitut INNOFACT deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Studien. Insgesamt konnten 343 Online-Interviews ausgewertet werden, die repräsentative und belastbare Aussagen ermöglichen.

Mehrheitlich getragen

«Die Umfrage zeigt, dass der Tourismus in Grindelwald mehrheitlich getragen wird», fasst Bruno Hauswirth, Direktor von Grindelwald Tourismus, zusammen. «Ebenso klar ist aber auch, dass die Akzeptanz anspruchsvoller geworden ist. Belastungen in Spitzenzeiten müssen ernst genommen und gemeinsam mit den zuständigen Partnern weiter reduziert werden.»

Positive Grundhaltung

Die Grundhaltung gegenüber dem Tourismus bleibt mehrheitlich zustimmend. Zwei von drei Personen äussern sich positiv oder eher positiv zur Branche. Das ist eine tragfähige Ausgangslage, zumal die Auswirkungen der Tourismuswirtschaft differenziert beurteilt werden: 45 Prozent der Einschätzungen fallen eher positiv, 43 Prozent eher negativ aus. Die Umfrage zeigt damit keine Ablehnung, sondern eine ausgewogene und zugleich aufmerksamere Haltung.

Bedeutung anerkannt

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Tourismus wird deutlich anerkannt. 88 Prozent sehen ihn als wichtig für den finanziellen Wohlstand, 87 Prozent für zusätzliche Wertschöpfung in lokalen Betrieben und 85 Prozent für Arbeits- und Ausbildungsplätze. 84 Prozent halten ihn zudem für wichtig für den Erhalt und die Belebung des Wohnorts. Auch die Gemeindefinanzen stützen diese Einordnung: Die fiskalischen Erträge sind seit 2016 um über 70 Prozent gestiegen. Das ist kein alleiniger Beweis für touristische Wertschöpfung, aber ein starkes Indiz für gewachsene Einkommen, Gewinne, Liegenschaftswerte, Grundstückerträge und wirtschaftliche Aktivität. Damit wird sichtbar: Grindelwald hat nicht nur Belastungen getragen, sondern auch erhebliche Wertschöpfung erzielt.

Mehrwert im Alltag

Auch im Alltag zeigt sich eine positive Wahrnehmung: 64 Prozent sagen, der Tourismus sorge für ein attraktives Freizeit- und Kulturangebot. Viele Einheimische nutzen Infrastrukturen wie Bahnen, Einkaufsmöglichkeiten, Veranstaltungen oder touristische Angebote ebenfalls. 60 Prozent beschreiben ihre persönlichen Begegnungen im Dorf mit Gästen als positiv, und 71 Prozent sind stolz darauf, dass Grindelwald für Gäste aus aller Welt attraktiv ist.

Fokus Sommer

Während Grundhaltung und Bedeutung positiv bewertet werden, zeigt die saisonale Betrachtung ein anderes Bild. Im Herbst und Winter findet rund die Hälfte die Gästezahl im Ort gerade richtig, im Frühling sind es 61 Prozent. Im Sommer hingegen geben 89 Prozent an, das Besucheraufkommen sei eher hoch oder zu hoch. Die Erfahrung aus anderen Alpenorten zeigt, wie ungelenkte Foto-Hotspots private Wege, Hofbänke und Wiesen belasten. Damit geht es weniger um ganzjährigen Overtourismus als um Spitzen und darum, wann Gäste kommen, wie sie anreisen, wo sie sich bewegen und wie stark sich Nachfrage auf Dorf, Verkehr und Infrastruktur konzentriert.

Wo drückt der Schuh?

So erstaunt nicht, dass «Tourismus und Besucheraufkommen» im Sorgenbarometer zuoberst stehen, gefolgt von «Verkehr und Infrastruktur». Kummer bereiten auch «Wohnraum und Mietpreise» sowie die Umweltbelastung. Diese Themen zeigen: Tourismusakzeptanz hängt nicht nur von Gästeinformation ab, sondern stark von strukturellen Fragen.

Mitverantwortung, nicht Alleinursache

«Bei diesen Punkten trägt der Tourismus eine Mitverantwortung, ist jedoch nicht deren alleinige Ursache», ordnet Hauswirth ein. Verkehr, Infrastruktur, Wohnraum und Mietpreise hätten mehrere Ursachen. In Grindelwald würden diese Themen durch die touristische Nachfrage aber stärker sichtbar und in Spitzenzeiten konzentrierter spürbar. Gefordert seien deshalb alle relevanten Partner: Tourismus, Behörden, Bahnen, Betriebe, Grundeigentümer und Bevölkerung. Ein gemeinsames Vorgehen für ein respektvolles Miteinander wird in der Befragung von 90 Prozent als sinnvoll erachtet.

Verkehr als Schlüsselthema

Besonders deutlich wird dies beim Verkehr. Besucherlenkung, Parkierung, ÖV, Anreiseverhalten und Entlastung des Dorfkerns gehören zusammen. Auch die Mitwirkung zum Ersatz der Firstbahn hat gezeigt, wie zentral Verkehrsfragen sind. Viele Eingaben betrafen Zufahrt, Wegfahrt, Parkierung, ÖV-Anreise und Dorfzentrum. Die Gemeinde Grindelwald nimmt die Anliegen auf und hat mit dem Dialogverfahren Verkehr einen wichtigen Prozess angestossen. Die abschliessende Sitzung findet im Juni 2026 statt; anschliessend wird das weitere Vorgehen definiert. Für die Tourismusakzeptanz ist entscheidend: Erwartet werden konkrete, gezielte Verbesserungen bei Lenkung und Koordination.

Vieles auf dem Weg

Grindelwald Tourismus hat Gästesensibilisierung und Besucherlenkung in den vergangenen Jahren gezielt verstärkt. Dazu gehört die Kampagne «We take care», die in Zusammenarbeit mit der Bauernvereinigung Grindelwald entwickelt wurde. Sie soll Gäste für Rücksichtnahme gegenüber Landwirtschaft, Natur und Bevölkerung sensibilisieren.

Gäste leiten

Etabliert sind bereits das Gästeleitsystem sowie die Grindelwald Assistants, also Personen, die in den Sommermonaten bei der Orientierung helfen und für ein angenehmes Miteinander sensibilisieren. Solche Massnahmen sind wichtig, sie ersetzen aber keine strukturellen Antworten. Entscheidend bleiben auch Verkehrskoordination, Parkraummanagement, stärkere öV-Nutzung, Information vor der Anreise und die Zusammenarbeit mit Gemeinde, Bahnen und Betrieben.

Bestätigung wie Auftrag

«Grindelwald Tourismus versteht die Ergebnisse als Bestätigung und Auftrag zugleich», betont Hauswirth. Der Tourismus bleibe für Grindelwald von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig müssten die Belastungen ernst genommen und die bestehenden Massnahmen weiterentwickelt werden. Im Zentrum steht damit nicht die Frage, ob Grindelwald Tourismus will. Diese Frage beantwortet die Umfrage deutlich: Der Tourismus bleibt breit verankert.

Entscheidend ist, wie der Tourismus künftig geführt wird – mit mehr Lenkung, mehr Rücksicht auf Spitzenbelastungen, einer stärkeren Abstimmung mit Verkehr und Infrastruktur und einem klaren Fokus auf die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung. «Gleichzeitig zeigt die geopolitische Lage, dass sich die Nachfrage rasch verändern kann: Es bleibt eine Gratwanderung zwischen zu viel und zu wenig, denn Krisen können kurzfristig zu spürbaren Einbrüchen führen», so Hauswirth. Umso wichtiger ist eine breite Marktausrichtung, mit der Grindelwald gezielt Klumpenrisiken reduziert.

Das steckt hinter der Studie

Die Ergebnisse beruhen auf einer Online-Befragung, die vom unabhängigen Marktforschungsinstitut INNOFACT durchgeführt wurde. In Auftrag gegeben wurde die Studie von Schweiz Tourismus im Rahmen einer nationalen Trackingstudie zur Sensibilisierung gegenüber dem Tourismus. Die Durchführung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Regional Tourism Alliance.

Bei der Einordnung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass sich an solchen Umfragen erfahrungsgemäss eher Personen beteiligen, die sich vom Thema besonders angesprochen fühlen. Entsprechend können sowohl sehr positive als auch sehr negative Meinungen überrepräsentiert sein. Deshalb ist davon auszugehen, dass ein grosser Teil der Bevölkerung dem Thema Tourismusakzeptanz eine geringere Bedeutung beimisst beziehungsweise sich weniger stark betroffen fühlt und an solchen Umfragen nicht teilnimmt.

Grindelwald Tourismus verschickte die Ergebnisse der Umfrage per Promo-Post an alle Haushalte in Grindelwald und plant, diese künftig alle zwei Jahre durchzuführen.
Weitere Informationen: www.grindelwald.swiss/tourismusakzeptanz

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WiWo Studie: Das beliebteste Familienunternehmen Deutschlands kommt aus Baden-Württemberg

baden24.de: Deutschland entdecken – dazu gehören auch die beliebtesten Familienunternehmen. Dabei denken die meisten vermutlich an Automobilkonzerne oder schwäbische Maschinenbauer. Doch an der Spitze einer aktuellen Rangliste steht ein Hersteller, dessen Produkt in fast jedem deutschen Supermarktregal liegt – quadratisch, praktisch, bekannt.

Die Rede ist von Ritter Sport, dem Schokoladenproduzenten aus Waldenbuch im Landkreis Böblingen (Baden-Württemberg). Über 1.500 Menschen wurden für die Studie der beliebtesten Familienunternehmen Deutschlands befragt, die das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut INNOFACT im Auftrag der Wirtschaftswoche erhoben hat. Ritter Sport setzte sich dabei gegen alle durch. Entspannungssuchende finden in Baden-Württemberg auch drei der besten Thermen Deutschlands.

Ritter Sport: Auch 2025 das beliebteste Familienunternehmen Deutschlands

Wie die Wirtschaftswoche berichtet, belegt Ritter Sport erneut den ersten Platz in der 2025 veröffentlichten Rangliste. Rund 1.500 Personen bewerteten zum sechsten Mal Familienunternehmen mit einem Umsatz zwischen 250 Millionen und einer Milliarde Euro. Aber nicht nur Schokolade, sondern auch das beliebteste Dessert der Welt stammt aus Baden-Württemberg. – die Schwarzwälder Kirschtorte.

Auch 2025 standen die Kriterien Vertrauen, Qualität, Innovation, Nachhaltigkeit sowie Unternehmens- und Arbeitgeberimage auf der Liste. Ritter Sport erzielte dabei Platz eins in der Gesamtauswertung. Für Ritter Sport dürfte dabei auch die jahrzehntelange Markenpräsenz eine Rolle spielen: Wer bekannt ist, wird bewertet; wer positiv wahrgenommen wird, punktet.

Platz zwei geht an die Familienbrauerei Krombacher aus Kreuztal in Nordrhein-Westfalen – obwohl die meisten Brauereien eigentlich in Oberfranken liegen – und Platz drei an den 1883 gegründeten Spielwarenhersteller Ravensburger aus Baden-Württemberg, der noch vor zwei Jahren die Studie anführte. 2024 rutschte das Unternehmen allerdings auf Platz 12 ab.

Das sind die fünf Bestplatzierten

  1. Schokoladenhersteller Ritter Sport aus Waldenbuch (Baden-Württemberg)
  2. Brauerei Krombacher aus Kreuztal (Nordrhein-Westfalen)
  3. Spielwarenhersteller Ravensburger aus Ravensburg (Baden-Württemberg)
  4. Babynahrungsspezialist Hipp aus Pfaffenhofen an der Ilm (Bayern)
  5. Süßwarenhersteller Katjes aus Emmerich am Rhein (Nordrhein-Westfalen)

Innofact hat die Studie bereits zum sechsten Mal für die Wirtschaftswoche erstellt – die Studienreihe hat also eine gewisse Tradition. Bereits im Jahr 2024 lag dabei Ritter Sport, der seinen Firmensitz in Waldenbuch im Landkreis Böblingen hat, an der Spitze. Dort produziert die Alfred Ritter GmbH & Co. KG ihre Schokolade und ist gleichzeitig als Arbeitgeber vor Ort verwurzelt.

Das 1912 gegründete Unternehmen hat rund 1.900 Mitarbeitende und einen Jahresumsatz von circa 605 Millionen Euro (Stand 2024). Dass ein Konsumgüterhersteller aus einer überschaubaren Gemeinde im Ländle das gesamte deutsche Feld aus Mittelständlern und Familienkonzernen hinter sich lässt, verleiht dem Ergebnis eine zusätzliche Pointe.

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