AutoScout24 Studie: Hohe Spritpreise – Die Deutschen sparen jetzt sogar im Urlaub
autoscout24.de: Ausgerechnet zum Start der Sommerferien endet der Tankrabatt. Während viele Verbraucher weiterhin auf spürbare Entlastungen bei Energie- und Mobilitätskosten hoffen, stehen Autofahrer damit pünktlich zur Hauptreisezeit vor höheren Ausgaben. Eine vom 17. bis 19. Juni 2026 durchgeführte, repräsentative INNOFACT-Umfrage im Auftrag von AutoScout24 unter deutschen Autofahrern zeigt: 58 Prozent der Befragten passen ihre Reiseplanung aufgrund steigender Spritpreise an. Viele sparen bei Ausflügen, wählen nähere Reiseziele oder reduzieren ihre Urlaubsausgaben. Jeder Zehnte verzichtet sogar gänzlich auf den Urlaub.
Der Sommerurlaub bleibt wichtig – aber er wird günstiger
Die steigenden Spritpreise verändern die Urlaubsplanung, nicht aber die grundsätzliche Rolle des Autos. Trotz höherer Kosten wollen rund sechs von zehn Deutschen (57,8%) weiterhin mit dem eigenen Fahrzeug verreisen.Ein genauerer Blick zeigt jedoch: Viele von ihnen verändern ihr Reiseverhalten spürbar. Zwar bleibt das Auto für die meisten die erste Wahl. Doch selbst unter denjenigen, die weiterhin mit dem Auto reisen, nehmen viele Anpassungen vor. Knapp 38 Prozent dieser Gruppe geben an, ihre Urlaubsplanung nicht zu verändern.
Jeder dritte Autoreisende plant, künftig besonders spritsparend unterwegs zu sein. Für viele bedeutet das eine niedrigere Reisegeschwindigkeit oder einen bewussteren Umgang mit Gepäck und Fahrzeugbeladung. Gleichzeitig wollen 15,8 Prozent weniger Ausflüge vor Ortunternehmen, um die Reisekosten im Rahmen zu halten. Auch bei der Wahl des Reiseziels wird gespart. 13,9 Prozent entscheiden sich bewusst für ein näher gelegenes Urlaubsziel. Weitere 12,3 Prozent geben an, an anderer Stelle sparen zu wollen – etwa bei Unterkunft, Verpflegung oder Freizeitaktivitäten. 10,7 Prozent suchen gezielt nach günstigeren Reisezielen, während 3 Prozent Fahrgemeinschaften bilden möchten. Die Ergebnisse zeigen: Die Deutschen verzichten nicht auf Urlaub, sie gestalten ihn zunehmend günstiger.
„Das Auto ist für viele Deutsche gerade im Urlaub kein Kostenfaktor wie jeder andere, sondern ein Stück Freiheit. Viele Menschen sind deshalb bereit, ihre Reise anzupassen, Ausgaben zu reduzieren oder Kompromisse beim Urlaub einzugehen, bevor sie auf die Flexibilität des eigenen Fahrzeugs verzichten“, sagt Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei AutoScout24. „Dieses Muster beobachten wir auch auf dem Fahrzeugmarkt: Wenn Mobilitätskosten steigen, suchen Verbraucher nach effizienteren und günstigeren Alternativen, ohne ihre individuelle Mobilität grundsätzlich infrage zu stellen. So haben wir in Phasen hoher Kraftstoffpreise zuletzt auch eine deutlich steigende Nachfrage nach gebrauchten Elektroautos beobachtet. Das Auto bleibt also gesetzt, auch wenn der Urlaub selbst zunehmend unter Kostendruck gerät.“
Bayern bleiben gelassen, Berliner fliegen, Sachsen sparen am Ziel
Auch zwischen den Bundesländern zeigen sich deutliche Unterschiede darin, wie Autofahrer auf die steigenden Spritpreise reagieren. Etwas gelassener zeigen sich etwa Autofahrer in Bayern: Von den Befragten, die weiterhin mit dem Auto verreisen wollen, geben dort 45,7 Prozent an, ihre Urlaubsplanung trotz steigender Kraftstoffkosten nicht zu verändern. Bundesweit liegt dieser Wert bei 38,2 Prozent. In Berlin fällt dagegen der Wechsel auf das Flugzeug besonders stark ins Gewicht. 14,3 Prozent der Befragten geben an, statt der ursprünglich geplanten Autofahrt künftig zu fliegen. Damit liegt der Wert fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt von 4,9 Prozent.
Auch Bahn und Fernbus profitieren regional von den hohen Spritpreisen, allerdings nicht überall gleichermaßen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt in Rheinland-Pfalz: Dort steigen 14,0 Prozent der Befragten von der ursprünglich geplanten Autofahrt auf Bahn oder Fernbus um. Bundesweit sind es 6,2 Prozent.
Sachsen zeigt ein anderes Sparmuster. Dort verzichten Autofahrer nicht überdurchschnittlich häufig auf das Auto, suchen aber deutlich öfter nach günstigeren Reisezielen. Unter denjenigen, die weiterhin mit dem Auto verreisen wollen, nennen 21,2 Prozent ein günstigeres Urlaubsziel als Reaktion auf die gestiegenen Kraftstoffkosten – bundesweit sind es 10,7 Prozent. Auch Niedersachsen sticht heraus: 17,8 Prozent der Befragten geben dort an, aufgrund der hohen Spritpreise in diesem Jahr keinen Sommerurlaub zu planen. Bundesweit liegt dieser Wert bei 11,2 Prozent. Gleichzeitig wollen 45,5 Prozent der niedersächsischen Autofahrer, die weiterhin mit dem Auto verreisen, künftig spritsparender unterwegs sein – ebenfalls deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt von 33,3 Prozent.
Junge Menschen reagieren flexibler
Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. So verzichten 18- bis 29-Jährige häufiger auf die ursprünglich geplante Autofahrt und steigen stattdessen auf andere Verkehrsmittel um. 12,1 Prozent nutzen statt des Autos Bahn oder Fernbus, weitere 7,3 Prozent entscheiden sich für das Flugzeug. Bei den 50- bis 65-Jährigen liegen die Werte mit 4,4 beziehungsweise 2,8 Prozent erheblich niedriger.
Wenn selbst Sparen nicht mehr reicht: Hohe Spritpreise machen soziale Unterschiede sichtbar
Während viele Deutsche ihren Urlaub lediglich anpassen, verzichten andere komplett auf eine Reise. Insgesamt geben 11,2 Prozent der Befragten an, aufgrund der hohen Spritpreise in diesem Jahr keinen Sommerurlaub zu planen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt bei Haushalten mit geringerem Einkommen. So verzichten 18,6 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.500 Euro auf einen Sommerurlaub. Bei Haushalten mit einem Einkommen von mehr als 3.800 Euro sind es dagegen lediglich 6,4 Prozent.
Steigende Mobilitätskosten treffen demnach nicht alle Haushalte gleichermaßen. Während viele Urlauber ihr Reiseverhalten anpassen oder an anderer Stelle sparen, können höhere Kraftstoffpreise für Menschen mit geringeren finanziellen Spielräumen darüber entscheiden, ob eine Urlaubsreise überhaupt möglich ist.
Über die Umfrage
Für die vorliegende Studie befragte das Marktforschungsinstitut INNOFACT im Auftrag von AutoScout24 vom 17. bis 19. Juni 2026 insgesamt 1.082 Autobesitzerinnen und Autobesitzer im Alter von 18 bis 65 Jahren in Deutschland. Die Befragung wurde online durchgeführt. Die Ergebnisse sind bevölkerungsrepräsentativ für deutsche Autobesitzerinnen und Autobesitzer dieser Altersgruppe. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer basieren auf Teilstichproben unterschiedlicher Größe und sind insbesondere bei kleineren Bundesländern als Tendenzaussagen zu verstehen.


