Parship Studie: Partnersuche – mit dem Alter steigt der Geld-Anspruch – wer scheitert

t-online.de: Schuldenfrei, vorsorgebewusst, großzügig: Singles haben klare finanzielle Erwartungen an potenzielle Partner. Sie hängen aber auch vom eigenen Alter ab.

Mit den Lebensjahren wächst der Anspruch an den neuen Partner – zumindest, wenn es um finanzielle Unabhängigkeit geht. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INNOFACT im Auftrag des Partnersucheportals Parship unter mehr als 3.000 Singles in Deutschland.

Vorsorge ist sexy

Insgesamt ist es 60,6 Prozent der befragten Frauen und Männer wichtig, dass ihr Partner finanziell unabhängig ist. Mit dem Alter nimmt diese Priorität deutlich zu: Bei den 18- bis 29-Jährigen ist knapp die Hälfte (52,2 Prozent) dieser Meinung – bei den 60- bis 69-Jährigen sind es bereits gut zwei Drittel (71,0 Prozent). Im Geschlechtervergleich steht dieser Aspekt vor allem für Frauen im Fokus: Während 70,1 Prozent der Frauen auf finanzielle Unabhängigkeit beim Partner Wert legen, sind es bei den Männern 51,6 Prozent.

 

Im Zuge dessen ist es jedem Zweiten (56,0 Prozent) wichtig, dass der neue Partner schuldenfrei ist. Frauen (64,7 Prozent) legen darauf deutlich mehr Wert als Männer (47,4 Prozent).

Ein vorausschauender Blick auf die Zukunft wirkt bei der Partnerwahl ebenfalls attraktiv: 27,4 Prozent der Befragten halten es für wichtig, dass ihr Partner in Altersvorsorge oder in Geldanlagen investiert. Besonders die Jüngeren haben das auf dem Schirm: Bei den 18- bis 29-Jährigen (Generation Z) sind es 35,0 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen (Generation X) 27,6 Prozent.

Materielle Aufmerksamkeit gewünscht

Neben dem Aspekt, dass der Partner sich selbst gut versorgt, spielt für einen Teil der Befragten auch eine Rolle, ob er in die Beziehung investiert: 16,6 Prozent erwarten, regelmäßig ins Restaurant oder in den Urlaub eingeladen zu werden oder materielle Geschenke zu erhalten. Ebenso viele (16,1 Prozent) wünschen sich, dass ihr Partner ihnen einen exklusiveren Lebensstil bietet, als sie ihn sich selbst leisten könnten. Am stärksten ist dieser Wunsch bei der Generation Z (18- bis 29-Jährige) ausgeprägt. Einladung/Geschenke: 25,1 Prozent möchten regelmäßig eingeladen werden oder Geschenke erhalten, fast genauso viele (24,9 Prozent) wünschen sich einen exklusiveren Lebensstil durch den Partner. Bei den über 50-Jährigen (Babyboomer und Generation X) fordert das hingegen nur noch etwa jeder Zehnte.

In einem Interview mit t-online warnt jedoch die Paartherapeutin Nadine Reko vor einer finanziellen Abhängigkeit in der Beziehung: „Häufig taucht das Thema erst im Laufe einer Paartherapie auf. Dann zeigt sich, dass finanzielle Fragen Teil einer ungesunden Beziehungsdynamik sind.“ Sätze wie beispielsweise: „Ich verdiene hier schließlich das Geld, also kannst du dich um den Rest kümmern“, seien ein Zeichen und deuteten darauf hin, dass die Beziehung nicht mehr auf Augenhöhe ist.

Darüber hinaus könnte Geld in einer Beziehung zu einem Machtinstrument werden. „Das beginnt überall dort, wo Kontrolle ausgeübt wird. Etwa, wenn eine Frau bei größeren Anschaffungen erst um Erlaubnis fragen muss“, gibt Reko zu bedenken. Zwar sei es durchaus kein Problem, wenn ein Partner mehr verdient. Dann müsse das Vertrauen zueinander groß sein und auf Kontrolle idealerweise verzichtet werden.

Geld ist nicht alles

Doch nicht alle Singles sprechen dem Geldbeutel des (künftigen) Partners so viel Bedeutung zu: Für etwa jeden Dritten (35,7 Prozent) spielen die Finanzen in der Liebe keine Rolle. Männer haben häufiger diese Einstellung (40,5 Prozent) als Frauen (30,7 Prozent). Und knapp jeder Dritte (30,1 Prozent) bevorzugt einen sparsamen Partner – Männer (33,4 Prozent) häufiger als Frauen (26,7 Prozent).

Zur Methodik

Die Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut INNOFACT im Auftrag von Parship durchgeführt. Befragt wurden 3.132 Singles im Alter von 18 bis 69 Jahren. Die Erhebung fand im Februar 2026 online statt.

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SoVD Niedersachsen fordert kostenfreies Basiskonto für Menschen mit geringem Einkommen

kobinet-nachrichten.org: Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für ein kostenfreies Basiskonto einzusetzen und die niedersächsischen Sparkassen in die Pflicht zu nehmen. Anlass ist der Anstieg der Girokontogebühren, die für viele Menschen im Leistungsbezug oder mit geringem Einkommen zur Belastung werden. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INNOFACT sind die Gebühren für jede fünfte Person in Deutschland innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen. Fast jede*r Vierte zahlt inzwischen mindestens 100 Euro jährlich, unter Sparkassenkund*innen sogar mehr als ein Drittel.

Ein Girokonto ist Voraussetzung für die Auszahlung staatlicher Leistungen. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Menschen im Existenzminimum Kontoführungsgebühren aus einem ohnehin zu niedrigen Regelsatz finanzieren müssen. Dieses Geld fehlt dann für Lebensmittel, Strom oder Medikamente“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD Niedersachsen. Der Verband fordert daher ein grundsätzlich kostenfreies Basiskonto für alle Menschen im Leistungsbezug.

Seit 2016 besteht zwar ein gesetzlicher Anspruch auf ein Basiskonto mit grundlegenden Funktionen, doch Banken dürfen dafür Gebühren verlangen, die häufig zwischen 50 und 100 Euro pro Jahr liegen. Die tatsächlichen Kosten werden im Regelbedarf nicht ausreichend berücksichtigt. Der SoVD Niedersachsen sieht insbesondere die niedersächsischen Sparkassen in der Verantwortung. Als Institute mit öffentlichem Auftrag sollten sie Menschen im Leistungsbezug ein kostenfreies oder deutlich vergünstigtes Giro- beziehungsweise Basiskonto anbieten. „Die Landesregierung muss darauf hinwirken und sich zudem auf Bundesebene für ein kostenfreies Basiskonto sowie eine realitätsgerechte Anpassung der Regelbedarfsermittlung einsetzen“, so Swinke.

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