Techem Studie: Smart Metering als Wegbereiter für Mieterstromprojekte

techem.com: Die Bundesregierung treibt ambitioniert die Energiewende voran: Bis 2030 sollen bereits 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt sein. Der Gesetzentwurf zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stellt gemeinsam mit weiteren energiewirtschaftsrechtlichen Vorschriften zur Steigerung des Ausbaus photovoltaischer Energieerzeugung (Solarpaket I) einen zentralen Hebel zur Beschleunigung dar. Solarmodule auf Dächern von Mehrfamilienhäusern spielen dabei eine wichtige Rolle, da die Hälfte des geplanten Zubaus auf vorhandenen Dachflächen erfolgen soll. Sie legen zudem die Basis dafür, den auf den Dächern erzeugten Solarstrom direkt an die Mietenden abgeben zu können. Bisher scheiterte ein Zubau an dem bürokratischen Aufwand für die Vermarktung von Mieterstrom. Die Bundesregierung will deshalb die Regelungen für die Abgabe von PV-Strom von Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern sowie an Mietende vereinfachen. So werden zukünftig nicht nur Eigenheimbesitzende von PV-Anlagen und günstigem Ökostrom profitieren, sondern auch Mietende und Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer in Wohnungseigentümergemeinschaften. Neben den bisherigen Mieterstrommodellen soll es künftig auch eine „Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung” geben. Eine Studie des Energiedienstleisters Techem zeigt, dass einige Vermietende bereits erste Mieterstromprojekte planen (38 Prozent geschäftlich vs. 27 Prozent privat) und die Hälfte von ihnen eine Umsetzung in den kommenden fünf Jahren für sehr wahrscheinlich hält (58 Prozent geschäftlich vs. 48 Prozent privat).

Eine Ressourcen-Frage: Strom selbst verwalten oder auslagern?

Dabei stehen unterschiedliche Modelle zur Diskussion, wie Vermietende den selbst produzierten Strom an die Bewohnenden liefern und abrechnen können. Befragte privat Vermietende bevorzugen die direkte Vermarktung des Stroms (31 Prozent vs. 10 Prozent geschäftlich Vermietende) nach dem neuen Modell der „Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“. Hier müssen Mietende ihren Reststrombedarf selbst über den eigenen Stromanbieter decken. Für das Mieterstrommodell sprechen sich 28 Prozent (vs. 25 Prozent geschäftlich Vermietende) aus: Dabei müssen Vermietende einen Vertrag mit einem Dienstleister, meistens einem externen Energieversorger, abschließen. Als Mieterstromanbieter liefern sie dann einen Mix aus Solarstrom und Reststrom aus dem Netz.

„Wenn Techem die Verantwortung für Mieterstromprojekte übernimmt, verringert sich der Verwaltungsaufwand für Vermietende erheblich, weil sie sich nicht mit der Verrechnung des selbsterzeugten Stroms an die Mietenden auseinandersetzen müssen. Gleichzeitig profitieren sie und die Bewohnenden mit der Stromproduktion vor Ort von einer größeren Preisstabilität, einem anteilig günstigeren Preis sowie ökologischem Strom“, so Gero Lücking, Head of Smart Metering.

Investitionsanreize durch Entbürokratisierung

Um offene Fragen zu klären und die mit den Modellen einhergehenden Rechte und Pflichten kennenzulernen, wünschen sich 83 Prozent der geschäftlichen und 59 Prozent der privaten Befragten mehr Informationsangebote zum Thema Mieterstrom und eine auf die eigenen Immobilien zugeschnittene Beratung (83 Prozent geschäftlich vs. 63 Prozent privat).

Um Hürden zu senken und die Ziele des Solarpakets I zu erreichen, will die Bundesregierung die Regularien mit dem neuen Modell der „Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ vereinfachen. So sollen Immobilieneigentümer von der Pflicht zur Reststromlieferung befreit werden. Mietende können bei ihrem bisherigen Stromlieferanten bleiben. Diese decken dann nur noch den Strombedarf, der nicht von der Solaranlage geliefert werden kann. Überschussmengen aus der Solarerzeugung dürfen weiterhin ins Netz eingespeist werden. Die Ankündigung, Regelungen zu vereinfachen und zu entbürokratisieren, empfinden die Befragten mehrheitlich als Anreiz, in PV-Anlagen zu investieren (98 Prozent geschäftlich vs. 88 Prozent privat).

Smart Metering sorgt für Durchblick bei dezentralen Stromprojekten

Grundvoraussetzung für die Umsetzung beider Modelle sind immer digitale Stromzähler und ein intelligentes Messsystem. Es gibt Auskunft über die Menge des erzeugten Solarstroms sowie die Verbräuche der Mietenden und liefert damit die Daten zur individuellen Abrechnung.

„Als universeller Messstellenbetreiber liefert Techem der Immobilienwirtschaft aus einer Hand, was sie für Monitoring, Bilanzierung und Abrechnung ihrer Immobilien braucht. Energieverbrauch, Energiekosten und CO2 Emissionen – mittels Smart Metering schaffen wir Transparenz auch für Mietende, die ihren Stromverbrauch auf dieser Basis anpassen können“, so Gero Lücking. „Das Modell der „Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ vereinfacht das bisherige Mieterstrommodell signifikant und wird so zu einem deutlich beschleunigten Ausbau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Mehrfamilienhäuser führen. Das bringt uns näher an das Ziel eines klimaneutralen Immobilienbestands bis 2045. Gebäude werden zu Kraftwerken und Speichern, die perspektivisch über die intelligenten Messsysteme zur wirtschaftlichen Optimierung flexibel in den Strommarkt integriert werden können. Techem kann mit seinen Services alle Beteiligten bei diesem Prozess unterstützen.“

Über die Studie

Techem führte im Mai 2023 eine Online-Befragung durch, bei der 50 geschäftliche und 200 private Vermietende befragt wurden. Die Teilnehmenden der Studie wurden über die öffentlichen Panels von INNOFACT gewonnen.

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Comparis Studie: Schweizer rechnen 2023 mit weniger Geld im Portemonnaie

blick.ch: Laut einer Comparis-Umfrage rechnen 28 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer 2023 mit weniger Geld im Portemonnaie als im Vorjahr. Schuld sind vor allem steigende Krankenkassenprämien sowie Mieten und Hypothekarzinsen.

Vor allem Haushalte mit tiefem Brutto-Monatseinkommen bis 4000 Franken (38 Prozent) rechnen damit, den Gürtel enger schnallen zu müssen, wie der Vergleichsdienst Comparis am Dienstag mitteilte. Bei Haushalten mit einem Brutto-Monatseinkommen von 4000 bis 8000 Franken rechnen 30 Prozent mit einer finanziellen Verschlechterung dieses Jahr.

Aufgeschlüsselt auf die Sprachregionen rechnet vor allem das Tessin mit einem schmaleren Budget. 39 Prozent der Befragten dort gaben an, sich sehr einschränken zu müssen. In der Romandie und der Deutschschweiz waren es jeweils 19 Prozent. Dazu wurde laut Comparis ein Stadt-Land-Graben sichtbar: So gab ein Viertel der Landbevölkerung an, jeden Franken umdrehen zu müssen. In der Stadt und Agglomeration waren es 18 respektive 17 Prozent.

Frauen pessimistischer als Männer

Ein deutlicher Unterschied zeigte sich laut Comparis auch bei den Geschlechtern: So waren 31 Prozent der Frauen überzeugt, 2023 weniger Geld zur Verfügung zu haben als letztes Jahr. Bei den Männern waren es indes nur 23 Prozent.

Um zu sparen, verzichteten die Befragten laut Comparis vor allem auf unnötige Ausgaben und Spontankäufe. Auch ein bewussteres Einkaufen mit einem Auge für Rabatte und dem Vergleichen von Preisen war die Folge. Dazu gewannen Discounter an Attraktivität. In der italienischsprachigen Schweiz gaben mit 60 Prozent zudem signifikant mehr Befragte als anderswo an, bei einem finanziellen Engpass im Ausland einzukaufen. Der Gesamtschweizer Schnitt lag bei einem Viertel.

Die Umfrage wurde laut Mitteilung durch das Marktforschungsinstitut INNOFACT im Auftrag von Comparis durchgeführt. Im August 2023 wurden dazu 1011 Personen aus der ganzen Schweiz befragt.

Simon-Kucher Retail Studie: 27 Prozent der Deutschen kaufen weniger oder nichts, wenn keine nachhaltigen Produkte verfügbar sind

finanznachrichten.de: Ein nachhaltiges Sortiment ist entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg. Laut der Simon-Kucher Retail-Studie kauft mehr als jeder vierte Konsument weniger ein, wenn keine nachhaltigen Produkte vorhanden sind. Gleichzeitig würde fast jeder Zweite für nachhaltige Artikel mehr zahlen als für Standardartikel. Dies betrifft vor allem Mode und Kosmetik, hier ist aber der Greenwashing-Verdacht am größten. Der Handel muss über die neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeits-Claims hinaus tätig werden. Denn mehr als jeder Dritte traut den jetzigen Labels nicht.

  • 19 % kaufen weniger und 8 % gar nichts, wenn nachhaltige Produkte nicht vorrätig sind
  • Grundsätzlich würden 43 % für nachhaltige Artikel mehr zahlen als für Standardartikel
  • Größte Zahlungsbereitschaft für Nachhaltigkeit bei Mode (50 %) und Kosmetik (49 %)
  • Aber: Greenwashing-Verdacht bei Mode (45 %), Kosmetik (41 %) und Lebensmitteln (41 %) hoch
  • 39 % trauen Nachhaltigkeitslabeln nicht: Größte Zweifel bei Lebensmitteln (44 %) + Kosmetik (44 %)
  • Für 45 % ist Nachhaltigkeit entscheidend bei der Händlerwahl: Aber 46 % kennen Maßnahmen nicht

Fehlt das nachhaltigte Sortiment, hat das drastische Auswirkungen auf das Kaufverhalten. Laut der Simon-Kucher Retail-Studie zu Nachhaltigkeit im Handel, kaufen 19 Prozent der Konsumenten in Deutschland weniger ein, wenn nachhaltige Produkte nicht vorrätig sind. Acht Prozent verlassen ohne nachhaltige Produkte in den Regalen den Laden sogar mit komplett leeren Händen.

„Wer kein nachhaltiges Sortiment bietet, wird abgestraft“

„Nachhaltigkeit ist ein Mega-Trend, der von Kundenpräferenzen getrieben wird. Diese Nachfrage nicht abzubilden, ist fatal für den Handel,“ erklärt Dr. Tobias Maria Günter, Partner und Head of Retail bei Simon-Kucher. Sein Fazit zur den Studienergebnissen? „Wer kein nachhaltiges Sortiment bietet, wird abgestraft!“

Fast jeder Zweite greift tiefer ins Portemonnaie

Dabei kann der Handel mit nachhaltigen Artikeln gutes Geschäft machen. So sind 43 Prozent der Verbraucher in Deutschland bereit, für nachhaltige Artikel mehr zu zahlen, als für vergleichbare Standardartikel. Besonders bei Mode (50 Prozent) und Kosmetika (49 Prozent) greifen Konsumenten gerne tiefer in den Geldbeutel. Aber auch bei Unterhaltungselektronik (48 Prozent), Lebensmitteln (41 Prozent) und Einrichtung (37 Prozent) würde ein signifikater Anteil der Konsumenten freiwillig mehr bezahlen.

Kaum Vertrauen in Handel und Labels

Das Problem? Die Konsumenten haben Bedenken, ob die Produkte wirklich nachhaltig sind. 39 Prozent zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Händler. Besonders bei Mode (45 %), Kosmetik (41 %) und Lebensmitteln (41 Prozent) vermuten die Konsumenten Greenwashing. Selbst Nachhaltigkeitslabeln vertrauen 39 Prozent der Verbraucher nicht. Kritisch beäugt werden vor allem Nachhaltigkeitslabel für Lebensmittel (44 Prozent) und Kosmetik (44 Prozent).

Nachhaltigkeit entscheidend bei der Händlerwahl

Die neue EU-Richtlinie zur Verifikation von „Green Claims“ kommt daher nicht nur den Konsumenten, sondern auch dem Handel gelegen. Denn: Für 45 Prozent der Verbraucher ist Nachhaltigkeit entscheidend bei der Händlerwahl. „Statt aus Angst die Kommunikation einzuschränken, müssen Unternehmen proaktiv ihre Umweltaussagen prüfen“, betont Markus Goller, Senior Director in der Simon-Kucher Retail-Practice.

Konsumenten kennen Initiativen der Händler nicht

Auch die richtige Kommunikation sei Pflicht. Aktuell kennt fast die Hälfte der Konsumenten (46 Prozent) die Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Händler nicht. Besonders im Modebereich (58 Prozent) haben Verbraucher ein Fragezeichen vor den Augen. Gleichzeitig glauben die Konsumenten aber, dass die Mode- (77 Prozent) noch vor der Lebensmittel-Branche (76 Prozent) das größte Potential für mehr Nachhaltigkeit aufweißt.

Verbraucher wünschen sich attraktivere Preise, Sonderangebote und bessere Qualität

Wie also macht man es richtig? „Nachhaltigkeitsinitiativen müssen kundenrelevant, nachweisbar und korrekt sein“, erklärt Günter. Vor allem gelte es zuzuhören, was Kunden wirklich wollen. Laut der Simon-Kucher Retail-Studie wünschen sich Konsumenten für nachhaltigere Produkte vor allem attraktivere Preise (21 Prozent), Sonderangebote (15 Prozent) und bessere Qualität (13 Prozent). „Was innovative Preis-Modelle betrifft, können hier vor allem ein Reparaturservice, spezielle Rabatte, Spar-Abos oder Starter-Sets zur Neukundengewinnung Sinn machen.“

*Über die Studie: Die repräsentative Simon-Kucher Retail Studie 2023 wurde im August 2023 von Simon-Kucher in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut INNOFACT durchgeführt. 614 Konsumenten in Deutschland wurden u.a. zu Nachhaltigkeitskriterien, Kaufkriterien und Zahlungsbereitschaft befragt.

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GWA Studie: Angst vor Greenwashing bremst Kommunikation

kom.de: Um Greenwashing zu vermeiden, kommunizieren Unternehmen weniger, als sie könnten. Dabei gewinnt das Thema Nachhaltigkeit weiter an Relevanz. Dies wird auch die Zusammenarbeit mit Agenturen prägen, zeigt eine Studie.

Fast zwei Drittel der Unternehmen betreiben eine aktive Nachhaltigkeitskommunikation, wobei für sie die Vermeidung von Greenwashing eine hohe Priorität hat. Dabei könnten Unternehmen oft noch mehr zum Thema Nachhaltigkeit kommunizieren. Das ergab eine Befragung, die der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen INNOFACT durchgeführt hat und deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden. Dazu wurden 312 Entscheider*innen im Mid-Level aus Unternehmen befragt sowie Tiefeninterviews mit 26 Entscheider*innen aus neun Branchen geführt.

Problem „Greenhushing“

So gaben 63 Prozent der befragten Unternehmen an, aktive Nachhaltigkeitskommunikation zu betreiben. Doch wie in den Tiefeninterviews herauskam, setzten viele Unternehmen mehr Nachhaltigkeitsmaßnahmen um, als sie kommunizierten. Für ihre Zurückhaltung gibt es laut Studie verschiedene Gründe:

  • Andere Themen sind in der Außenkommunikation wichtiger.
  • Bestimmte Nachhaltigkeitsthemen erscheinen wenig geeignet für die Kommunikation, weil sie zu „trocken“ oder „uninteressant“ sind.
  • Sind die Nachhaltigkeitsbemühungen noch nicht so weit fortgeschritten, dass man nachhaltige Produkte anbieten kann, kommunizieren Unternehmen lieber gar nicht, als Teilerfolge zu vermelden.
  • Es herrscht die Überzeugung, dass es wichtiger ist, nachhaltig zu sein, als sich als nachhaltig darzustellen.
  • Viele der Befragten aus dem Marketingbereich würden gerne mehr zum Thema Nachhaltigkeit kommunizieren. Doch dies wird vom Top-Management oft nicht gewünscht, aus Angst vor Kritik oder einem Shitstorm (sogenanntes Greenhushing).

Ein wesentlicher Grund für die selbst auferlegte Zurückhaltung ist also, dem Vorwurf des sogenannten Greenwashing zu entgehen, also eine Organisation bei ihrem Umweltengagement besser darzustellen, als das tatsächlich der Fall ist.

Jedes zweite Unternehmen hat eine Nachhaltigkeitsstrategie

Grundsätzlich sehen sich die befragten Unternehmen bei der eigenen Umsetzung von Nachhaltigkeit und dem Stellenwert, den sie ihr beimessen, gut aufgestellt. 78 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, eher oder sehr weit fortgeschritten in der Umsetzung von Maßnahmen zu sein. Was Nachhaltigkeit genau ist, wird dabei unterschiedlich verstanden: Je intensiver sich Unternehmen mit Nachhaltigkeit beschäftigen, desto eher wird diese ganzheitlich im Sinne der ESG-Definition (Environmental, Social, Governance: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) aufgefasst.

Jedes Unternehmen sieht aber auch Verbesserungsbedarf. Dabei zeigte sich: Unternehmen, die sich weniger mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigten, sahen sich besser aufgestellt als jene, die mit dem Thema bereits intensiv befasst waren. Und je höher die Befragten in der Hierarchie angesiedelt waren, desto weniger Optimierungspotenzial sahen sie.

Bereits etwas über die Hälfte der Unternehmen hat Nachhaltigkeit in einer Strategie verankert. 42 Prozent erstellen bereits Nachhaltigkeitsberichte. Jedes dritte Unternehmen (36 Prozent) gibt an, derzeit zumindest an einer Strategie zu arbeiten. Ein Befund der Studie: Je kleiner das Unternehmen, desto seltener existiert eine Strategie. 26 Prozent der Befragten gaben an, dass Nachhaltigkeit von einer eigenen Abteilung verantwortet wird. Und nur 25 Prozent können Nachhaltigkeitsbeauftragte nennen.

Unternehmen fühlen sich vor allem aus fünf Gründen zu nachhaltigem Handeln veranlasst: Ressourcenschonung (52 Prozent), Beitrag zum regenerativen Wirtschaften (49 Prozent), Teil der Unternehmenskultur (47 Prozent), Imagegründe (42 Prozent) sowie Kostenersparnis (40 Prozent).

Agenturen ohne Nachhaltigkeitsmanagement im Nachteil

Einig sind sich die befragten Unternehmen darin, dass die Relevanz von Nachhaltigkeit steigen wird. So prüfen sie auch zunehmend die Zusammenarbeit mit Agenturen. Aktuell setzt ein Drittel der Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Kommunikationsagenturen voraus, dass diese nachhaltig agieren. 60 Prozent der Befragten prognostizieren in spätestens vier Jahren, Agenturen ohne Nachhaltigkeitsmanagement von Aufträgen auszuschließen.

Für fast ein Drittel der Auftraggeber sind formale Nachweise zu Nachhaltigkeit bei Agenturen wie beispielsweise ISO-Normen wichtig. Unternehmen erwarten von Agenturen Nachhaltigkeit vor allem beim Büromanagement, Mobilität und Gebäudemanagement. Bisher werde das Nachhaltigkeitsmanagement von Agenturen besonders häufig anhand der externen Kommunikation beurteilt, schreiben die Studienautor*innen. Doch die Darstellung als nachhaltig agierende Agentur rufe bei manchen Unternehmen Skepsis hervor und brauche den Nachweis.

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Finanztip Studie: Neuer Chefredakteur von Finanztip – Deutschland fehlt Finanzwissen

presseportal.de: Nur jeder dritte Deutsche hält sein Finanzwissen für hoch. Vor allem Frauen, Jüngere und formal geringer Gebildete wissen weniger über Finanzen. Beim Geld zählt der persönliche Rat, jeder zweite Deutsche folgt Influencern. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Geldratgebers Finanztip, die der neue zweite Chefredakteur Saidi Sulilatu zu seinem Amtsantritt vorgestellt hat.

„Wir wollten wissen, wie gut das Wissen der Menschen in zehn verschiedenen Finanzthemen ist“, erklärt Saidi Sulilatu, neuer Chefredakteur von Finanztip. Das Ergebnis: Am wenigsten kennen sich die Deutschen in großen Finanzfragen rund um das Bauen (z. B. Bausparvertrag; gewichteter Mittelwert 2,5 Punkte von 5 Punkten), die Geldanlage (z. B. Aktien, Anleihen, ETFs; 2,4 Punkte) sowie Versicherungen (z. B. Kranken-, Kfz-Versicherung; 2,4 Punkte) aus. Den höchsten Wissensstand hat die Bevölkerung in Finanzthemen des Alltags wie Konto (z. B. EC-Karte, Tagesgeld; 3,4 Punkte), Verträge (z. B. Handy, Strom, Abos; 3,4 Punkte) sowie Miete (z. B. Mietvertrag; 3,1 Punkte).

Alter, Geschlecht, Abschluss: Finanzwissen ist unterschiedlich verteilt

Die Finanztip-Studie zeigt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen beim Finanzwissen schlechter abschneiden als andere: Mehr als jeder Dritte der unter 40-Jährigen hat (sehr) geringes Finanzwissen (35 Prozent), bei den über 60-Jährigen ist es nur rund jeder Vierte (28 Prozent). „Gerade den Jüngeren fehlt wichtiges Praxiswissen in Sachen Finanzen“, erklärt Sulilatu. „Das liegt auch daran, dass sie erst am Anfang ihres Berufslebens stehen und sich über Geldanlage noch wenig Gedanken machen mussten.“

Einen starken Einfluss haben laut der Finanztip-Umfrage auch der Bildungsstand und das Einkommen: Menschen mit einem abgeschlossenen Studium stufen ihr Wissen zu den zehn Finanzthemen besser ein (durchschnittlich 3,2 von 5 Punkten) als alle anderen Bildungsschichten (2,9 Punkte). „Vor allem wirtschaftlich schlecht gestellte Menschen verfügen in unserem Land häufig über eine geringere Finanzbildung. Aber nur wer sich auskennt, hat eine Chance, finanziell gut über die Runden zu kommen”, erklärt Sulilatu. Für ihn ist die Aufgabe als neuer Chefredakteur von Finanztip klar: „Finanzbildung muss jeden erreichen, vor allem diejenigen, die sich das Thema heute noch nicht zutrauen.“

Frauen wissen weniger über Finanzen als Männer

Die Studie zeigt auch, dass Frauen ihr Finanzwissen schlechter einschätzen als Männer, und das in allen zehn abgefragten Bereichen (Frauen: 2,7; Männer: 3,1 von 5 Punkten). Der größte Geschlechterunterschied besteht beim Thema Börse: Während 71 Prozent der Frauen angeben, einen (sehr) geringen Kenntnisstand zu haben, sind es nur rund halb so viele Männer (36 Prozent). „Finanzen sind in vielen Haushalten immer noch Männersache“, beobachtet Sulilatu. „In Deutschland brauchen wir noch viel mehr Initiativen im Bereich Female Finance wie unseren Podcast ‚Auf Geldreise’, der sich speziell an Frauen richtet.“

Hier informieren sich die Deutschen am häufigsten über Finanzen

Die beliebteste Informationsquelle für Finanzen sind für die Deutschen ihre Freunde und Bekannten (87 Prozent). Es folgen Nachrichtenwebseiten (81 Prozent), Fernsehen und Radio (80 Prozent) sowie unabhängige Verbraucherorganisationen wie Finanztip oder die Stiftung Warentest (78 Prozent). Die unbeliebteste Ressource sind Coachings, die nur ein Teil der Bevölkerung nutzt (38 Prozent). Überraschend oft genutzt werden inzwischen die Tipps von Finfluencern auf YouTube, Instagram und Co. (52 Prozent) sowie die von Finanzberatern und -dienstleistern (z. B. Banken, Versicherungen; 71 Prozent).

Bei den Informationsquellen bestehen aber deutliche Altersunterschiede: Menschen unter 40 nutzen nicht nur häufiger den Rat von Freunden (93 Prozent) und Familie (90 Prozent), bei ihnen stehen auch Finfluencer (76 Prozent) und Coachings (53 Prozent) deutlich höher im Kurs. Sulilatu rät, bei Finfluencern kritisch zu sein: „Empfiehlt ein Finfluencer ein Finanzprodukt, weil es wirklich gut ist, oder nur, weil er gut dafür bezahlt wird?”

Neuer Chefredakteur von Finanztip

Sulilatu leitet ab 1. Oktober 2023 als neuer zweiter Chefredakteur neben Hermann-Josef Tenhagen die Redaktion von Finanztip. Er kümmert sich insbesondere um die Finanztip-Kanäle auf YouTube, Instagram, Facebook, TikTok, LinkedIn mit insgesamt mehr als einer Million Followern, das Finanztip-Forum sowie den Podcast ‚Geld ganz einfach‘. In seinen Videos erklärt er Hunderttausenden monatlichen Zuschauern, wie sie ihre Finanzen selbst regeln können.

Bevor Sulilatu zu Finanztip kam, war er in verschiedenen Firmen als Finanz- und Honorarberater tätig und weiß daher genau, welche Fehler Menschen im Umgang mit Geld machen. Seit 2018 war er Head of YouTube und Community und wurde zudem 2022 in die Geschäftsleitung von Finanztip berufen.

Für die repräsentative Studie wurden im September 2023 mehr als 1.000 Menschen von der Innofact AG im Auftrag von Finanztip befragt. Die detaillierten Ergebnisse erhalten Sie auf Anfrage.

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